GVA, kur & reha in NÖ

Im Gegensatz zur klassischen Kur liegt der

Fokus bei der GVA auf Aktivierung.

Die Bewegungsmodule der GVA motivieren

Gäste, Sport in ihren Alltag zu integrieren.

FotoS: Andi Bruckner, pixabay, gesundheitsresort königsberg, NÖ Werbung/Schwarz -König, gesundheitsresort königsberg,  KURZENTRUM LUDWIGSTORFF, moorheilbad harbach

Gesunde Auszeit

Viele Menschen sehnen sich nach einer Auszeit in einem Gesundheitszentrum, sind aber unschlüssig, welche Variante die geeignete für sie ist. GESUND & LEBEN stellt die Möglichkeiten vor.

Anna Gattringer steht mit beiden Beinen im Berufsleben. Die 52-Jährige geht voll in ihrem Bürojob auf – auch wenn er oft stressig und anstrengend ist. Immer wie- der machen sich bei ihr Rückenbeschwerden und Spannungskopfschmerzen be- merkbar, denn sie sitzt viel zu viel und ist abends meist zu müde, um sich noch zu Sporteinheiten aufzuraffen. Doch damit ist jetzt Schluss, hat sie sich fest vor- genommen: Sie möchte ihren Lebensstil nachhaltig ändern, um noch lange schmerzfrei arbeiten gehen zu können und später auch ihre Pension fit und ge- sund zu genießen. „Für Patientinnen und Patienten wie Frau Gattringer ist die ‚Ge- sundheitsvorsorge Aktiv’ optimal“, sagt Dr. Sabine Stangl, Medizinische Leiterin des Bereichs Stütz- und Bewegungsapparat im Gesundheitsresort Königsberg Bad Schönau. Seit drei Jahren ersetzt die „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ (GVA) bei PVA-Versicherten die klassische Kur als Heilverfahren bei Problemen des Stütz- und Bewegungsapparats. Der Aufbau der dreiwöchigen GVA ist modulartig: An ein für alle Patientinnen und Patienten gleiches Basismodul schließt eine schwer- punktmäßige Behandlung in Form eines individuellen Moduls an. Gemeinsam mit der Ärztin, dem Arzt im Gesundheitsresort wird entschieden, ob der Fokus dabei stärker auf Ernährung, auf Bewegung oder auf mentaler Gesundheit liegen soll.

„Im Gegensatz zur klassischen Kur sind nicht mehr passive Therapien wie Bäder, Packungen oder Massagen die Basis, sondern die Aktivierung: Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining sind ebenso wichtige Aspekte wie diätologische Schulungen und psychologische Vorträge“, erklärt Stangl.

Ein großer Unterschied zum alten Kurmodell liegt in der besonderen Berücksichtigung der Psyche: „Viele Menschen sind im Alltag großen psychischen Belastungen ausgesetzt, die beruflicher und familiärer Natur – aber auch Covid-bedingt – sein können. Während der GVA erlernen diese Menschen Bewältigungsstrategien und Entspannungstechniken, die sie dabei unterstützen, mit Ängsten oder Unsicherheiten besser umzugehen und die im besten Fall auch als Burnout-Pro- phylaxe wirken“, betont Stangl.


Vorsorgen lernen

Hauptziel des GVA-Aufenthalts ist die Prävention – also Menschen zu motivieren, ihr Leben gesünder zu gestalten, bevor sie krank werden, erklärt Dr. Gabriele Eberl, MBA, Ärztliche Leiterin und Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie im Kurzentrum Ludwigstorff: „Die Patientinnen und Patienten sollen nicht nur während der GVA auf ihre Gesundheit ach- ten, sondern das Erlernte auch danach in ihren Alltag integrieren. Im Rahmen des Aufenthaltes wird von einem multidiszi-

plinären Team die persönliche Einstellung zu Ernährung, Risikofaktoren, Rauchen, Alkoholkonsum oder Schlafrhythmus ermittelt. In diversen Workshops, die auf die Bedürfnisse von berufstätigen und pensionierten Patientinnen und Patienten aus- gerichtet sind, werden dann Impulse für den Alltag gesetzt.“

Während sich Menschen, die bereits sportlich aktiv sind, im Modul Bewegungs- optimierung neue Anregungen holen können, werden jene, die sich bislang wenig bewegt haben, im Modul Bewegungsmotivation dabei unterstützt, Freude an kör- perlicher Aktivität zu finden. Personen, die sich aufgrund von psychischer Belas- tung stets müde und abgeschlagen fühlen und sich zu zusätzlichen Betätigungen außerhalb des Alltags nicht aufraffen können, werden im Modul Mentale Gesund- heit zu gesundheitsfördernden Verhaltensweisen beraten.

Nicht nur eine Linderung von Schmerzen soll durch die GVA erreicht werden, die Gäste sollen auch ihre Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer verbessern. „Nach dem Aufenthalt soll das Allgemeinwohlbefinden gesteigert sein und eine physi- sche sowie psychische Entspannung eintreten“, sagt Eberl.


Schmerzen LINDERN

Doch nicht für jede Patientin und jeden Patienten ist die GVA das Richtige: „Die GVA ist ein sehr wirksamer Gesundheitsvorsorgeaufenthalt. Wenn Menschen aber unter starken chronischen Schmerzen leiden, die ihre Lebensqualität und ihre Teilhabe am Alltag beeinträchtigen, ist eine Rehabilitation für sie besser ge- eignet“, betont Prim. Dr. Johannes Püspök, Ärztlicher Leiter des Moorheilbads Harbach. Individuell abgestimmte aktive und aktivierende Bewegungstherapien bilden den Schwerpunkt einer orthopädischen Reha mit dem Ziel, Schmerzen zu verringern, die Aktivität und Beweglichkeit zu verbessern und in ein weitgehend beschwerdefreies Leben zurückzufinden. „Eine Rehabilitation folgt nicht nur der Behandlung im Spital – zumeist nach einer Operation – sondern ist auch für Pati- enten, die nicht operiert sind, vorgesehen. Also auch für Menschen mit chroni- schen Schmerzen, etwa Arthrosen oder Wirbelsäulenbeschwerden“, erklärt Pü- spök. Reha-Maßnahmen wie beispielsweise Einzelheilgymnastik, Unterwasser- heilgymnastik, Muskelaufbautraining und Elektrotherapien tragen zum Therapie- erfolg bei.


Michaela Neubauer

In Zusammenarbeit und mit entgeltlicher Unterstützung von Moorheilbad Harbach, Gesundheitsresort Königsberg und Kurzentrum Ludwigstorff

erschienen in GESUND & LEBEN 05/2021