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„Das Wunder von Cordoba“: ein

prägendes Sportereignis –

auch für Toni Pfeffer.

FotoS: Pixel & Pony, Daniel Hinterramskogler, Martin Weber, NLK Burchhart

„I wer’ narrisch!“

Eine Sonderausstellung in St. Pölten gibt Einblick in legendäre Sportmomente.

Die Fußball-Legende Toni Pfeffer lässt einige Sporthighlights für GESUND & LEBEN Revue passieren.

Sportfans verbinden mit Orten wie Cordoba, Patscherkofel oder Nürburgring ebenso wie mit den Namen Hans Krankl, Franz Klammer oder Niki Lauda legendäre Momente. Das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich zeigt im Rahmen der Sonderausstellung „I wer‘ narrisch! Das Jahrhundert des Sports“ die österreichische Sportgeschichte der letzten hundert Jah-

re. Die Ausstellung beleuchtet mit faszinierenden Objekten wie der Olym- pia-Goldmedaille von Franz Klammer, einem Fahrrad von Roland Königs- hofer oder dem Medikamentenkoffer von Alfred Kain die vielen Aspekte einer Leidenschaft. „Wir zeigen zum einen die spannende Entwicklung des Sports von einem elitären Freizeitvergnügen zu einem Massenphäno- men. Gleichzeitig sprechen wir ganz bewusst kritische Themen wie den politischen Missbrauch von Sport, Sexismus, Homophobie, Antisemitis- mus und Doping an“, erklärt Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte.


Prägende Momente

Die Olympia-Goldmedaille 1976 von Franz Klammer war auch für Nieder- österreichs Fußball-Legende Toni Pfeffer ein absolutes Highlight. Im Alter von elf Jahren verfolgte er diesen historischen Moment für die Ewigkeit im Fernsehen. „Bei diesem Olympiasieg in der Abfahrt habe ich erstmals ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet, Gold für Österreich zu gewin- nen. Es war ein echter Husarenritt, der spektakulär zum Zuschauen war“,

erinnert sich Toni Pfeffer zurück. Nur zwei Jahre später folgte das wohl prägendste Sportereignis in der Kindheit des Türnitzers. Die Rede ist vom „Wunder von Cordoba“, dem 3:2 Sieg Österreichs gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1978. Mit sei- nem Sager „I wer’ narrisch“ beim 3:2 Siegestor durch Hans Krankl erlangte auch Ra- dioreporter Edi Finger Berühmtheit. Fußball war für Toni Pfeffer bereits als kleiner Bub ein wichtiges Thema, mit zehn Jahren begann er beim SV Türnitz: „Gemeinsam mit meinem Bruder und zwei Nachbarbuben habe ich mir alle Spiele des österreichischen Nationalteams bei der WM 1978 angeschaut und die Highlights im Anschluss gleich in der Praxis umgesetzt. In unserer eigenen ‚Fußballarena‘ stellten wir beispielswiese auch 100-fach den Elfmeter von Hans Krankl beim 1:0 Erfolg gegen Schweden nach“, sagt der begeisterte Fußballer.


„Geburt des Rambos“

Als 20-Jähriger wechselte Toni Pfeffer von Türnitz zur Wiener Austria. Bereits sein ers- ter Einsatz von Beginn an bescherte ihm seinen populären Spitznamen „Rambo“. Im September 1987 schenkte Trainer Karl Stolz dem Verteidiger im UEFA-Cup-Spiel ge- gen Bayer Leverkusen das Vertrauen. Toni Pfeffer dankte es ihm durch ein tolles Spiel, bei dem er den südkoreanischen Stürmerstar Kun Bum Cha weitgehend entschärfte. Im Anschluss an die Partie verpasste ihm Peter Linden von der Kronen Zeitung in An- lehnung an den Top-Verteidiger Hansi Pflügler von Bayern München den Spitznamen „Rambo“. Dieser Name ist dem Austrianer, der fast 400 Spiele für die „Violetten“ be- stritt, bis heute geblieben. „Ob es wirklich rühmlich war, als Rambo bezeichnet zu wer- den, sei dahingestellt. Es war meine Art in die Zweikämpfe zu gehen, eine gewisse Grundhärte gehörte da einfach dazu. Auch im Leben kommt es oftmals auf den nöti- gen Kampfgeist an“, ist Toni Pfeffer überzeugt.


Zum absoluten Klassiker

Ein Jahr vor seinem Karriereende sorgte der Fußballer dann selbst für einen legendä- ren Sager, der auch heute noch in aller Munde ist. Beim 0:9 Debakel der österreichi- schen Nationalmannschaft gegen Spanien antwortete Toni Pfeffer bei der ORF-Halb- zeitanalyse beim Stand von 0:5 auf die Frage von Andreas Felber, was in der zweiten Halbzeit noch möglich sei, mit dem unvergesslichen „Hoch werd’ ma’s nimma g’win- na“. Ein Spruch, der aus der Emotion heraus entstanden ist, wie sich der heute 55- Jährige erinnert. „Ich hatte Andi Felber bereits vor dem Spiel zugesichert, zum Flash- Interview in der Pause zu kommen. Für mich Ehrensache und somit gab es trotz des 0:5 kein Kneifen. Ich habe ehrlich gesagt nicht mit dieser Frage gerechnet und war anschließend selbst überrascht, wie schlagfertig ich in diesem Moment war. Wobei ich recht behalten habe, wir haben tatsächlich nicht mehr hoch gewonnen“, schmunzelt Toni Pfeffer.

Neben der Vielzahl an unterschiedlichen interessanten Exponaten, die an spektakulä- re Siege oder auch fatale Niederlagen erinnern, bietet die Ausstellung auch spannen- de interaktive Stationen in Kooperation mit dem Sportland Niederösterreich. Einige da- von laden ein, selbst körperlich aktiv zu werden. So begeistern beispielsweise ein Ski- simulator, eine Slackline oder eine neuartige Kombination aus Basketballspiel und „Vier gewinnt“ die Besucherinnen und Besucher. In einer Moderatorenbox können sich

Jung und Alt als Radiorepor- terin oder Radioreporter ver- suchen. „Es lohnt sich auf alle Fälle, sich die Ausstellung anzuschauen.

Sie gibt einen tollen Einblick in das Sportgeschehen der letz- ten hundert Jahre“, weiß Toni Pfeffer.


Lebensschule

Die Fußball-Legende enga- giert sich als Schirmherr der NÖ Fußballcamps auch stark für den Nachwuchs. „Gerade in Zeiten wie diesen ist es noch wichtiger, unsere Kids zum Sport zu motivieren, na-

türlich unter Berücksichtigung aller Maßnahmen. Der Nachwuchs ist unsere Zukunft. Kinder zu bewegen, ist nicht nur aus sport- licher Hinsicht, sondern auch in Sachen Persönlichkeitsbildung richtungsweisend. Der Mannschaftssport ist eine Lebensschule, die mir selbst auch sehr viel gebracht hat“, ist Toni Pfeffer überzeugt.


Werner Schrittwieser

650 m2 Ausstellungsfläche mit 243 Objekten und sieben interaktiven Stationen: (v.l.) Michaela Dorfmeister, Kurator Christian Rapp, Landeshauptfrau Johanna

Mikl-Leitner, Kurator Bernhard Hachleitner und Andreas Onea

informierten über die Sonderausstellung „I wer‘ narrisch“.

GESUND & LEBEN und Sportland Niederösterreich verlosen

5x2 Tickets für die Sonderausstellung „I wer’ narrisch“.

Schreiben Sie ein E-Mail mit dem Betreff „Sportausstellung“ und Ihrer Anschrift an redaktion@gesundundleben.at.

Einsendeschluss: 31. Mai 2021.

erschienen in GESUND & LEBEN 05/2021