IM GESPRÄCH

Rainer Pariasek wandert gerne in den Kitzbüheler Bergen

Karl Ploberger genießt das derzeit wenig überlaufene Hallstatt

Chris Lohner zieht es in das Mühlviertel

Der Kabarettist Paul Pizzera empfiehlt die südoststeirische Weinstraße

Christa Kummer empfiehlt das Kamptal mit seinen Seen und Burgen

Harry Prünster kühlt sich in den Kärntner Seen ab

Barbara Stöckl liebt es, mit dem Rad im Burgenland unterwegs zu sein

Toni Mörwald mag die Weinregion Kamptal

FotoS: Istockphoto/tinieder, österreich werbung: M. Steinthaler, FotoS: Istockphoto: pkazmierczak Azoth22, Tourismusverband Mör- bisch-Jerzy Bin

Daheim ist es am Schönsten!

Urlaub in der Heimat lautet heuer die Devise. Aber wo? In GESUND & LEBEN geben Prominente ganz persönliche

Tipps für den perfekten Urlaub in Österreich. Lassen Sie sich inspirieren!

Allround-Talent

„Es gibt einen Ort meiner Kindheit, den ich so wunderbar in Erinnerung habe, dass eine gewisse Scheu vorherrscht, ihn jetzt als Erwachsene aufzusuchen. Es ist der Grei- nerschlag bei Unterweißenbach im Mühlviertel. Die verstreuten Felsen – mitten im Wald, in bizarren Formen, moosbewachsen und mit fast versteckten Höhlen – waren meine Spielplätze in der „Sommerfrische“, wie das damals hieß. Aufgewachsen mitten in Wien, war es meinen Eltern sehr wichtig, dass wir Kinder – meine Schwester und ich – das Leben auf dem Land kennenlernen, und so waren wir gemeinsam mit den Eltern auf einem Bauernhof am Greinerschlag während der Schulferien. Meine Liebe zur Na- tur hat sich da einmal mehr manifestiert.“ Chris Lohner schreibt über den Bauernhof am Greinerschlag auch in ihrem neuen Buch „Ich bin ein Kind der Stadt – Wienerin seit 1943“.

ORF-Sportmoderator

„Zugegeben, auch ich verbringe gerne und regelmäßig erholsame Tage am Wolfgang- oder Grundlsee, gehe wandern und biken in den Kitzbüheler Bergen oder im Bregen- zerwald, genieße kulinarische Wochenenden an der südsteirischen Weinstraße oder im Burgenland. Allesamt bekannte Klassiker. Warum aber nicht etwas „Neues“ probieren? Zum Beispiel das nördliche Waldviertel, wo ich als Kind mit meinem Bruder fast jede Ferien verbracht habe: Wälder und Felder, so weit das Auge reicht, eine himmlische Ruhe, glasklare Luft, Burgen und Schlösser, großartige Gasthäuser, malerische Golf- plätze und natürlich die Blockheide, die wir beim Cowboy-und-Indianerspielen unsicher gemacht hatten! Aber einerlei, für welches Bundesland Sie sich entscheiden, für wel- che Region, welchen Ort: Nutzen wir gemeinsam den heurigen Sommer, um unser wun- derschönes Land noch besser kennenzulernen. Und helfen wir damit unseren Betrieben.“

„Klingendes Österreich“-Legende

„Ich war sehr viel in unserem Land unterwegs und immer mit großer Begeisterung. Auf die Frage, wo es mir in all den Jahren in Österreich am besten gefallen hat, antworte ich: Das kann man einfach nicht sagen! Das ist so, als ob man eine Sau abstechen würde und dann sagen müsste, welches Stückl Fleisch man am liebsten hat. Prinzipiell kann man überall in Österreich Urlaub machen, vom Bodensee bis zum Neusiedler See. Das Land ist vielfältig, die Österreicher selbst sind sehr freundliche Menschen. Aber am allerliebsten mache ich Urlaub bei mir zu Hause in Liefering. Ich bin hier be- reits seit 40 Jahren zuhause, das sagt eh schon alles! Liefering ist, wie wir so schön sa- gen, ein Dorf in der Stadt. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich zum Beispiel zwei Bauernhöfe. 50 Meter von meinem Haus entfernt plätschert idyllisch der Mühlbach dahin. Bei uns dahoam ist alles grün, wir haben eine wunderschöne Natur. Liefering ist einfach ein schönes Stück Österreich!“

Klimatologin & Hydrogeologin

„Das eigene Land, die nächste Umgebung kennenlernen kann etwas ganz Wunderba- res sein. Einmal nicht nur das Alltägliche, sondern das Besondere sehen – so, als wä- ren wir selbst Touristen. Und plötzlich entdeckt man das Außergewöhnliche vor der ei- genen Haustür. Ich persönlich mag das Kamptal und die Kamptal-Seen sehr und auch das Rundherum: Der Stausee Ottenstein und der Rundwanderweg, auch ein »tut gut«- Wanderweg, haben so viel Einzigartiges zu bieten. Vom Stausee Dobra eine Wande- rung zum Schloss Waldreichs machen und dort auf eine gute Jause in der Schlossta- verne einkehren. Die markierten Wanderwege sollten hier auf jeden Fall genutzt wer- den, denn auch das Wild liebt sein Zuhause und mag es gar nicht, wenn wir Wanderer kreuz und quer durch den Wald rennen.“

ORF-Moderatorin

„Mit dem Waldbad an der Thaya in Drosendorf verbinden mich viele schöne Erinnerun- gen! Es ist ein so idyllischer Ort abseits des Trubels, so beherzt am Leben gehalten von lieben Menschen, die den wahren Wert der Dinge kennen und schätzen. Einen Be- such schaffe ich gut mit Tagesausflügen oder ich übernachte, wenn möglich, im Schloss Drosendorf. Mittagessen sollte man beim Failler – ich empfehle den Karpfen, dazu Spinatknödel und danach den Grießpudding. Ein weiteres Vorhaben von mir, das ich schon lange in die Tat umsetzen wollte und für das jetzt endlich Zeit ist: Mit dem Rad unterwegs zu sein im Burgenland, übernachten in der Pension Drahteselböck von Walter und Evelyn Eselböck, vielleicht auch ein Abstecher zum Haus am See. Sportli- che Betätigung, wunderbare Landschaft, gutes Essen genießen und die Seele baumeln lassen – Herz, was willst du mehr?!“

TV-Moderator

„Ich genieße seit 45 Jahren Urlaub in Österreich und wage zu behaupten, dass ich mitt- lerweile 60 Prozent meiner Heimat kenne. Zum Beispiel würde ich Ihnen einen Wander- urlaub in Wien jederzeit empfehlen, da Wien über 17 Stadtwanderwege verfügt, die nicht nur unberührte Natur, sondern auch viel Interessantes entlang dieser Wege bie- ten. Wenn es um Landwirtschaft und kleine bemerkenswerte Strukturen geht, dann wählt man Kärnten als Urlaubsdestination. An heißen Tagen bevorzugt man einen Tag am See, wobei auch so mancher Berggipfel reizvoll sein kann, denn immerhin ist’s dort um circa fünf Grad kühler. Wenn ich gerne wandern gehe, mich aber gefordert wissen will, dann marschiere ich einige Etappen des Tiroler Adlerweges. Gut markierte Wege, perfekte Unterkünfte und atemberaubende Bilder von Bergseen, Gipfeln, bizarren Fel- sen usw. Radeln oder Mountainbiking im Ausseer- oder im Apfelland bieten Abwechs- lung und den Genuss regionaler Produkte. Apropos Fahrrad: Wenn man ab und zu ab- steigen will, kann man bei den Radwanderwegen zwischen Perg und Hainburg das Fahrrad auf eines der Schiffe, die auf der Donau verkehren, verladen und das Weltkul- turerbe Wachau in vollen Zügen genießen. Last, but not least, radle ich auch überaus gerne durchs Burgenland.“

Star-Gärtner

„Mein Tipp für den Urlaub 2020 ist der eigene Garten. Wer die Möglichkeit hat, ein ei- genes grünes Paradies zu nutzen, der sollte es dieses Jahr in vollen Zügen genießen. Aber es gibt freilich viele herrliche Orte, die ich seit meiner Kindheit liebe. Da ist einmal der sonst als romantische Touristen-Hochburg bekannte Ort Hallstatt im Salzkammer- gut, der dieses Jahr wohl die ruhigste Zeit seit Jahrzehnten erleben wird. Eine Chance für uns Österreicher, diese Idylle zu besuchen! Wer gerne wandert, sollte bis zum ein- drucksvollen Wasserfall Waldbachstrub spazieren. Ein Stück Paradies – für mich, als Attersee-Bewohner, vor der Haustür.“

Kabarettist & Musiker

„Um in fremde Kulturen, Bräuche, Sprachen und Sitten einzutauchen, muss man nicht weit reisen! Das weiß jeder Österreicher, der schon mal in Vorarlberg zu Besuch war. Ich für meinen Teil verbringe meine Freizeit im Sommer gerne an der südoststeirischen Weinstraße – oder, wie ich sie nenne, an der „wirklichen“ Weinstraße. Hier handelt es sich eben nicht um die Art von Hipster-Weingütern, an denen sich die Moncler-Mafia des urbanen Umlands darüber streitet, wie es sein kann, dass eine Brettljause mehr als 20 Euro kostet, sondern um ehrliche Betriebe mit Herz und Hirn (oft sogar beides auf der Speisekarte) und den dazugehörenden ungeputzten Fingernägeln. Hier schmeckt alles noch so, wie es schmecken soll. In diesen lauschigen und stressminimierenden Schänken zwischen Klöch und St. Anna am Aigen ist es nahezu unmöglich, falsch ein- zukehren, und man kommt nicht aus, diese Gegend kulinarisch, landschaftlich sowie menschlich ins Herz zu schließen.“

Haubenkoch

„Ich liebe den Wagram und das Kamptal, ich lebe und arbeite hier seit Jahrzehnten. Aber so einladend, wie ich diese wunderschönen niederösterreichischen Weinbaure- gionen in den vergangenen Wochen kennenlernen durfte, habe ich die Gegend bis jetzt noch nicht oft wahrgenommen. Da wir zum Nichtstun verurteilt waren, haben mei- ne Frau und ich fast täglich mit den Rädern unsere Umgebung erkundet, und ich kann sie jedem, der Entspannung und Entschleunigung sucht, nur wärmstens ans Herz le- gen. Die Sanftheit der hügeligen Geländeform ergreift sofort das eigene Gemüt, wenn man zu Fuß oder mit dem Drahtesel die Landschaft erforscht. Das vielfältige kulinari- sche und vinophile Angebot macht den Aufenthalt zum einmaligen Urlaubserlebnis.“

erschienen in GESUND & LEBEN 07+08/2020