SCHLAF

fotoS: istockphoto/ Choreograph, ZVG

Gut schlafen, gesund bleiben

Wer gut schläft, stärkt das Immunsystem.

 Ausreichend zu schlafen macht fit – und stärkt unsere Immunabwehr. Zu wenig Schlaf hingegen beein- trächtigt die Funktion der weißen Blutzellen, die für die Bekämpfung von Erregern zuständig sind. Das er- gab eine 2019 veröffentlichte Studie der Universitäten Tübingen und Lübeck. Diese zeigte auf, dass Pro- banden mit Schlafmangel anfälliger für Angriffe von Bakterien, Viren & Co waren.

Um die Funktion wichtiger Immunzellen zu reduzieren, reichen übrigens schon drei Stunden Schlafentzug aus, wie in weiteren Experimenten nachgewiesen werden konnte. Tatsache ist: Schlaf unterstützt uns beim täglichen Kampf gegen Infektionen.


Wie lange?

Normal und gut wäre eine Mindestschlafdauer zwischen sieben und neun Stunden – wenngleich der tat- sächliche Schlafbedarf individuell unterschiedlich ist und unter anderem von genetischer Veranlagung, Al- ter oder allgemeiner Gesundheit abhängt. Alles unter sechs Stunden ist jedenfalls problematisch. Laut ei-

ner Studie der University of California in San Francisco ist das Risiko, eine Erkältung zu bekommen, bei

Menschen, die weniger als sechs Stunden schlafen, viermal so hoch als bei denjenigen, die nachts sieben Stunden schlafen.

Auch das Wohlergehen der Psyche hängt wesentlich mit der Nachtruhe zusammen. Einerseits leidet sie unter zu wenig Schlaf. Ande- rerseits gelten innere Unruhe, Angst und Stress als Hauptverursacher von Ein- und Durchschlafstörungen, da der Körper Stresshor- mone wie Kortisol ausschüttet, das Schlafhormon Melatonin indes zurückdrängt.


Schlaf gut!

Um die Schlafqualität zu verbessern und gleichzeitig das Immunsystem zu stärken, lohnt es sich, in das eigene Schlafzimmer zu in- vestieren. Denn: Je hochwertiger das Bett und der Lattenrost, Kissen und Decken sind, umso erholsamer ist meist die Nachtruhe. Auch das Durchlüften vor dem Zubettgehen kann das Ein- und Durchschlafen erleichtern. Wenn durch Untersuchungen ausge- schlossen werden kann, dass hinter den Schlafstörungen ernsthafte medizinische Ursachen wie Schlafapnoe, Zähneknirschen oder Probleme mit der Halswirbelsäule stecken, kann die Natur mit ins Boot geholt werden: Schon wer täglich eine halbe Stunde im Freien verbringt, trägt wesentlich dazu bei, das Immunsystem zu stärken – etwa weil frische Luft die Durchblutung der Lunge ankurbelt, wir Vitamin D tanken, aber auch weil wir uns erden.


Betthupferl & Schlaftrunk

Auch die Ernährung hat einen erheblichen Einfluss auf die Schlafqualität. So sollte man abends keine schwer verdaulichen Speisen oder blähenden Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Kraut, frisches Brot oder Rohkost zu sich nehmen. Komplexe Kohlenhydrate wie Nudeln, Reis, Erdäpfel, Suppen und gegartes Gemüse sind hingegen gute Betthupferl. Im Übrigen sollten wir nie mit knurrendem Magen ins Bett gehen, denn auch das kann Schlafprobleme nach sich ziehen.

Darüber hinaus können Kaffee, Tee und andere koffeinhaltige Getränke den Schlaf rauben. Besser sind Milch mit Honig oder Teesor- ten wie Baldrian und Melisse, Passionsblume, Frauenmantel oder Wachholderbeere, da sie beruhigend wirken.

Hilft alles nichts und/oder sind die Schlafproblemem organisch oder psychisch bedingt, sollte man sich nicht scheuen, Expertenrat zu holen. Fakt ist: Je eher man der Ursache auf den Grund geht, diese beseitigt und zudem auf Ernährung und Bewegung achtet, umso besser. In diesem Sinne: Schlafen Sie wohl!


Liliane Hammer

Die Passionsblume kann nervöse Unruhe und Ein- schlafstörungen lindern.

erschienen in GESUND & LEBEN 09/2020