Psoriasis

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Hautgesund durch den Winter

Viele Menschen mit Schuppenflechte leiden besonders im Winter an Schüben. Dr. Gerda Goëss, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, erklärt, worauf Betroffene gerade jetzt achten sollten.

Unter welchen Beschwerden leiden Patientinnen und Patienten mit Psoriasis?

Psoriasis ist eine systemische Erkrankung. Das heißt, sie betrifft nicht nur die Haut, son- dern auch andere Organsysteme. Die Hautsymptome sind jedoch die häufigsten und äu- ßern sich durch gerötete Areale, die von gröberen Schuppen bedeckt sind. Sehr häufig treten diese an den Knien, Ellenbogen, über dem Kreuzbein, an den Schienbeinen oder auch auf der Kopfhaut auf. Meist werden sie von einem moderaten Juckreiz begleitet. Auch die Nägel können betroffen sein. Bei etwa einem Drittel der Patientinnen und Patien- ten tritt auch (oder nur) eine Gelenksentzündung auf. Typische Symptome sind dann Schmerzen einzelner Gelenke mit Schwellungen und Steifigkeit. Besonders in der Früh las- sen sich die betroffenen Gelenke oft nur eingeschränkt bewegen. Aufgrund der chroni- schen Entzündung kann die Schuppenflechte zu Begleiterkrankungen führen. Dazu gehö- ren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das metabolische Syndrom, Diabetes oder auch Depressionen.


Warum kommt es gerade im Winter häufiger zu Schüben?

Wenn nach einem schönen Spätsommer die Temperaturen fallen, treibt es auch Psoriasis- Patientinnen und -Patienten wieder zu uns Hautärztinnen und -ärzten. Das nasskalte Wet- ter, die geringe Sonneneinstrahlung und die trockene Heizungsluft wirken sich negativ auf die Haut aus. Weil aufgrund der Symptome auch die Psyche leidet, ist es meist nötig, die Psoriasis-Behandlung im Winter entsprechend anzupassen.


Wie sollten Patientinnen und Patienten ihre Haut im Winter pflegen?

Rückfettende, hydratisierende Duschgels, Lotionen, Cremes und Salben zur täglichen Körperpflege können die erscheinungs- freie Zeit deutlich verlängern. Direkt an die Haut sollten vor allem natürliche Materialien wie Baumwolle kommen. Auf enge oder nicht atmungsaktive Kleidungsstücke sollte man hingegen verzichten. Ein entspannter Spaziergang an der frischen Luft, ein pfle- gendes Bad, autogenes Training oder Yoga helfen, Stress abzubauen und lindern die Symptome. Auch regelmäßige Saunagän- ge kann man sich im Winter zur Gewohnheit machen. Sie wirken sich bei den meisten Betroffenen sowohl auf die Haut als auch auf die Psyche äußerst positiv aus.


Wie finden Betroffene die geeignete Therapie?

Oft muss man sich herantasten, aber es gibt für jede und jeden eine passende Behandlung. In den letzten Jahrzehnten sind vie- le neue Therapieoptionen hinzugekommen. Wichtig ist es, rasch zu reagieren, sobald die ersten Symptome auftreten. So be- kommt man die Krankheit schnell in den Griff und kann die gefährlichen Begleiterkrankungen verhindern.


Michaela Neubauer

erschienen in GESUND & LEBEN 11/2020