lebensstil

Sonja und Peter Hießberger haben

durch das Programm zu einem

gesünderen Lebensstil gefunden.

Sophie Denk liebt die gesunden Rezepte, die sie bei »Vorsorge Aktiv« kennengelernt hat. Allen voran kreative Salate und Karottenweckerl

(siehe Infokasten unten).

FotoS: »Tut gut!«

Time-out für den Schweinehund

Endlich gesünder leben – wenn das bloß nicht so schwierig wäre. Zwei junge Niederösterreicherinnen machen es vor und ändern mit dem Programm »Vorsorge Aktiv« ihre Gewohnheiten.

Sophie Denk ist 24 Jahre alt, als sie sich dazu entschließt, mehr für ihre Gesundheit zu tun: „Zwar bin ich neben dem Studium ab und zu ins Fitnessstudio gegangen, aber irgendwann fehlte mir einfach die Motivation dazu. Ich habe mir kaum Zeit für mein Wohlbefinden genommen“, erinnert sich die heute 26-Jährige. Trotzdem möchte die junge Frau mehr über gesundes Kochen, mentale Stärke und körperliche Aktivität erfahren – ihr Leben einfach umkrempeln. Denn mit der eigenen Gesundheitsvorsorge, ist sie überzeugt, kann man gar nicht früh genug beginnen: „Gesundheit ist das Wertvollste, das wir haben. Doch damit sie uns lan- ge erhalten bleibt, muss man auch selbst etwas dazu beitragen. In unserer schnelllebigen Zeit ist das oft gar nicht so einfach.“ Einen Anstoß bekommt Sophie Denk von ihrer Mutter, die sich aktiv für die Gemeinde engagiert und das Programm »Vorsorge Ak- tiv« – Gesundheit für mich von »Tut gut!« nach Spitz (Bezirk Krems) bringt. Das Programm, das sich auf die Bereiche Ernährung, Bewegung und mentale Gesundheit stützt, begleitet Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihrem Weg zu einem gesünderen Le- bensstil. Die Betreuerinnen und Betreuer passen die unterschiedlichen Einheiten an die Wünsche und Bedürfnisse der Teilneh- menden an. Nordic Walking, Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen stehen ebenso am Programm wie gemeinsame Kochein- heiten und das Erlernen von Strategien für die Resilienz.

„Einmal pro Woche ha- ben wir uns in einer Gruppe von zehn Perso- nen getroffen, waren ge- meinsam viel draußen unterwegs, haben regio- nal gekocht und gelernt, wie wir besser mit Stress umgehen und unseren inneren Schweinehund überwinden können“, er- zählt Sophie Denk. Be- sonders die gesunden Rezepte und das Jog- gen haben es der jun- gen Frau angetan: „Es war einfach super, einen fixen Tag in der Woche zu haben, an dem man sich Zeit für die eigene Gesundheit nimmt und dabei gleichzeitig ab- schalten und sich ent-

spannen kann. Nach dem Programm hat unsere ganze Familie die Ernährung umgestellt. Wir leben nun viel bewusster und achten darauf, was unserem Körper guttut“, schwärmt Denk.


Gesunde Mama, gesundes Baby

Auch in der Gemeinde Wölbling (St. Pölten Land) konnten Interessierte ab 18 Jahren am Pro- gramm teilnehmen und damit den Startschuss für gesündere Gewohnheiten geben. Etwas, das sich auch Sonja Hießberger nicht entgehen lässt. „Leider bin ich familiär vorbelastet, was Herz-Kreislauf-Erkrankungen angeht“, erzählt die Niederösterreicherin. Als ihre Nachbarin in der Gemeindezeitung von »Vorsorge Aktiv« erfährt, überredet sie Sonja Hießberger sowie de- ren Mann Peter dazu, gemeinsam mitzumachen. „Davor habe ich gedacht, dass ich schon viel über gesunde Ernährung weiß – umso mehr hat es mich überrascht, dass viele Inhalte komplett neu für mich waren“, ist Hießberger begeistert. Bei Verkostungen lernen die Teilneh- merinnen und Teilnehmer etwa den Nutzen von Ballaststoffen, Milchersatz- oder Zuckerer- satzprodukten kennen. Gekocht wird mit heimischen Zutaten, wie Roggen oder Roten Rüben. Beim gemeinsamen Kochen liegt der Fokus auf Regionalität. „Was mir gefallen hat: Keiner der Trainer hat den Standpunkt vertreten, dass man komplett auf etwas verzichten muss, zum Beispiel auf Süßigkeiten oder tierische Produkte. Es wurde stets kommuniziert, dass der Ge- nuss das Wichtigste beim Essen ist und dass man sich ruhig auch etwas gönnen darf – nur eben mit Maß und Ziel“, sagt die Wölblingerin.

Nicht minder beeindruckt ist sie von der Tatsache, dass sich mittels Bioelektrischer Impe- danz-Analyse  mit Elektroden die gesamte Körperzusammensetzung feststellen lässt: „Da- durch hat jede und jeder von uns zwischendurch Feedback bekommen und gesehen, wie viel Körperfett bereits abgebaut wurde oder wie viel Muskelmasse dazugekommen ist.“ Die neuen Erkenntnisse, die Sonja Hießberger durch das Programm gewonnen hat, werden ihr auch eine Hilfestellung bei der wohl größten Aufgabe ihres Lebens sein: Seit kurzem ist sie

Mama einer Tochter. „Im Kleinkindalter wird der Grundstein für das gelegt, was dem Kind später schmeckt. Umso wichtiger ist es mir, meiner Tochter von klein auf eine gesunde Ernährung vorzuleben. Dank meines neu gewonnenen Wissens über Ernährung, Bewegung und mentale Gesundheit weiß ich, was wir beide brauchen.“


Michaela Neubauer

erschienen in GESUND & LEBEN 04/2021