BERGSOMMER

Hoch hinaus

Sommerfrische statt Strandurlaub. Atemberaubende Gipfel, Almen und Hütten versprechen unvergessliche Erlebnisse in den Bergen Niederösterreichs.

Wandern am höchsten Berg Niederösterreichs: der Schneeberg in den Wiener Alpen bietet viele interessante Routen.

Ein Erlebnis der ganz besonderen Art ist die Sky Tour am Hochkar, zu der man über eine 60 Meter lange Hängebrücke gelangt.

Für Abwechslung ist gesorgt: egal, ob beim Biken auf den Wexltrails in St. Corona, einer Abkühlung im Lunzer See oder einer rasanten Abfahrt mit den Mountaincarts in Mitterbach.

Für Abwechslung ist gesorgt: egal, ob beim Biken auf den Wexltrails in St. Corona, einer Abkühlung im Lunzer See oder einer rasanten Abfahrt mit den Mountaincarts in Mitterbach.

Für Abwechslung ist gesorgt: egal, ob beim Biken auf den Wexltrails in St. Corona, einer Abkühlung im Lunzer See oder einer rasanten Abfahrt mit den Mountaincarts in Mitterbach.

FotoS: wieneralpen/Martin Fülöp, wexl-trails/christian kremsl, Mostviertel Tourismus/weinfranz.at, Niederösterreich Werbung/Robert herbst

Viele zieht es im Sommer nach dem Motto „Sommer, Sonne, Strand“ ans Meer. Eine gute Alternative bietet ein Aktivurlaub in den Bergen Niederösterreichs. Hier lassen sich jeden Tag neue Wege erkunden und versteckte Plätze entdecken, die man von der Strandliege aus nicht gesehen hätte. Zwischen Almen, Hütten und Gipfelkreuzen lassen sich die Energiereserven wieder auftanken. Eine Wanderung tut Körper und Seele gut. Neben den positiven Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und einer Stärkung der Muskulatur, werden in der freien Natur Stresshormone reduziert. Das Schöne liegt so nah. Was so banal klingt, ist Realität: Die niederösterreichische Bergwelt bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Schönheit unserer Natur zu erleben.


Atemberaubender Rundblick

Die Mostviertler Berge, wie Hochkar, Ötscher oder Dürrenstein, erreichen knapp 2.000 Meter Höhe und bieten somit einen per- fekten Rundblick. Wahrzeichen und höchster Gipfel (1.893 Meter) ist der Ötscher. Wer hochalpine und anspruchsvolle Touren liebt, kommt bei der Besteigung über den Rauhen Kamm voll auf seine Kosten. Genusswanderer erleben in den Ötschergrä- ben eindrucksvolle Kalkgestein-Landschaften, Höhlen und Wasserfälle. Die höchste Aussichtsplattform Niederösterreichs be- findet sich am Hochkar. Bei der 360 Grad Skytour gelangt man über eine Hängebrücke auf einen 900 Meter langen Rundweg. Von hier aus blickt man auf über hundert 2.000er-Gipfel – vom Hochschwabmassiv bis hin zu den Hohen Tauern sowie den kompletten Ostalpenraum. Ein unvergessliches Erlebnis ist die Sonnenaufgangsfahrt. An ausgewählten Terminen fährt man am Hochkar-Sessellift der Sonne entgegen und genießt einen atemberaubenden Sonnaufgang und das anschließende Bergfrühstück.


Der Griff nach den Sternen

Eines der „Sieben Waldwunder Österreichs“ ist das baumreiche Wildnisgebiet am Fuße des Dürrensteins. Der Rothwald, einer der letzten Urwälder Europas, kann ausschließlich in geführten Wanderungen erkundet werden. Aber auch außerhalb der Schutzzonen locken wilde Wanderrouten auf den 1.878 Meter hohen Dürrenstein. Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsstu- fen führen zur Ybbstalerhütte, die man wirklich nur zu Fuß erreicht. Bei einer Übernachtung kann man mit etwas Glück den sa- genhaften Sternenhimmel bewundern. Da die Sterne hier besonders klar strahlen, scheinen diese zum Greifen nah.


Abenteuerliche Talfahrt

Es muss aber nicht immer „nur“ eine Wanderung sein. Auf der Gemeindealpe in Mitterbach ist nach dem Gipfelsturm für jede Menge Action gesorgt. Ab der Mittelstation beginnt eine rasante und spannende Talfahrt mit den Mountaincarts. Auf der 4,6 Ki- lometer langen Schotterstrecke haben Groß und Klein gleichermaßen Spaß. Anschließend lockt der benachbarte Erlaufsee zur willkommenen Abkühlung.


Biken für Groß und Klein

Mountainbiker finden in den Wiener Alpen ein dichtes Wegenetz an beschilderten und gepflegten Routen. Zu den beliebtesten Touren zählt die Schneebergstrecke, die fast den gesamten Talkessel umrundet. Am Fuße des Schneebergs legt man rund 34 Kilometern mit 800 Höhenmetern auf Schotter- und Asphaltstrecken zurück.

Das Trail Center der Wexl Trails eignet sich perfekt, um das Mountainbiken zu erlernen und seine Fähigkeiten auszubauen. Im Mini-Bikepark in St. Corona können Kinder mit Helm und Fahrrad auf zwei Strecken ordentlich Staub aufwirbeln. Zum Aufwär- men üben die Kleinen das Kurvenfahren und trainieren auf der Holz-Wellenbahn ihr Gleichgewicht. Wer mit der flachen Strecke gut zurechtkommt, wechselt anschließend auf schnellere Passagen und ein Waldstück. Hinauf geht es ganz bequem über den Zauberteppich. Der entwurzelte 4,5 Kilometer lange Flowtrail am Wechsel mit hohen Kurven lässt das Bikerherz höherschlagen. Wer es gerne holpriger mag, kommt beim Singletrail über Wurzeln, Steine und Steilstücke auf seine Kosten.

Für jede Menge Action für begeisterte Freerider sorgt der Bikepark Semmering. Nach der Auffahrt mit der Achter-Kabinenbahn wartet Outdoor-Action auf zwölf Kilometern und 350 Höhenmetern. Drei Schwierigkeitsgrade, zahlreiche Single-Trails und Hin- dernisse erfreuen die Biker.


Salamander als Gipfelstürmer

Auf Niederösterreichs höchsten Berg, den Schneeberg, kommt man ganz bequem mit der Bahn. In nur 40 Minuten legt der Sa- lamander, ein Triebwagenzug, die über 1.200 Höhenmeter hinauf zum höchstgelegenen Bahnhof Österreichs zurück. Von hier startet der beschilderte und einfache Rundwanderweg „Paradies der Blicke“ mit zahlreichen Aussichtspunkten.

Hoch hinaus geht es auch mit der Rax-Seilbahn, die 1926 als erste Seilschwebebahn Österreichs in Betrieb ging. Nach der Modernisierung 2016, erreicht die Bahn das Bergplateau der Rax in nur sechs Minuten. Das Hüttenhüpfen, also das Wandern von Hütte zu Hütte, gilt als eine der beliebtesten Wanderungen der Region. Verschiedene Varianten führen über Almwiesen und

Latschenzonen.


Schwindelfrei und trittsicher

Sowohl im Mostviertel als auch in den Wiener Alpen finden Anfänger und Profis ausreichende Möglichkeiten für eine Klettertour. Der Klettersteig „Bergmandl“ am Hochkar eignet sich perfekt zum Einstieg sowie für Kinder und Jugendliche. Er führt entlang des Sesselliftes Leckerplan hinauf zum Bergsee. Der anspruchsvolle Heli Kraft Klettersteig belohnt die Mühen mit weiten Aus- blicken ins Alpenvorland. In den Wiener Alpen warten die Hohe Wand sowie der Hochseilgarten in Puchberg am Schneeberg darauf, erobert zu werden.


Badespaß mit Panorama

Das Bergsteigerdorf Lunz am See hat neben seinen zahlreichen Wanderrouten den einzigen natürlichen See Niederösterreichs mit ausgezeichneter Wasserqualität zu bieten. Eine Wanderung, die ganz im Zeichen des Elements Wasser steht, ist die Drei- Seen-Tour. Nach dem Start am Lunzer See führt der Weg hinauf zum Mittersee und den zwischen Felsen und Almen gelegenen Obersee am Fuße des hochalpinen Dürrenstein. Wieder im Tal angekommen geht es im Seebad ab ins kühle Nass oder bei ei- ner romantischen Bootsfahrt vor einzigartiger Kulisse über den See.


Werner Schrittwieser

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 07+08/2019