Osteoporose

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Knochenhart

Osteoporose ist in vielen Fällen vermeidbar.

Sorgen Sie vor!

Osteoporose ist eine „stille“ Volkskrankheit, die zunächst keine Beschwerden verursacht. Meist stellt sich erst nach einem Kno- chenbruch heraus, dass man unter dem krankhaften Knochenschwund leidet. Doch dann ist der Verlust der Knochenmasse oft schon weit fortgeschritten. Das bedeutet auch, dass weitere Knochenbrüche und eine starke Einschränkung der Lebensqualität drohen.

Etwa 750.000 Menschen in Österreich sind von Osteoporose betroffen, 75 Prozent davon sind Frauen, Grund dafür ist die hor- monelle Veränderung in den Wechseljahren. Auch bei Männern, die an Osteoporose leiden, spielt die Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen eine wichtige Rolle. Aber auch das Absinken der Sexualhormone und ein verminderter Ostradiolspiegel können Osteoporose verursachen, hinzu kommen Lifestylefaktoren, wie Rauchen, Alkohol und Bewegungsmangel.


Prophylaxe

Zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr hat man die höchste Knochendichte, dann beginnt sie abzunehmen. Daher sollte man schon in jungen Jahren die richtige Vorsorge treffen. Basis dafür ist eine Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung. Kalzium kann nur mithilfe von Vitamin D im Dünndarm aufgenommen und in der Folge in den Knochen mineralisiert werden. Ideale Kalzi- um-Lieferanten sind Milchprodukte, Brokkoli oder Fenchel. Vitamin D ist in Fischen wie Hering oder Lachs sowie in Eiern oder Pilzen enthalten. Über Nahrungsmittel kann man jedoch nur maximal 20 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin D decken, der Hauptanteil davon wird mithilfe von Sonneneinstrahlung hergestellt. Dazu muss man sich allerdings nicht der prallen Sonne aus- setzen, denn schon 20 Minuten Tageslicht täglich im Gesicht, an Händen und Armen fördert die Vitamin-D-Bildung. Zusätzlich können Nahrungsergänzungsmittel wichtige Bausteine der Prophylaxe sein. Um lange mobil zu bleiben, ist Bewegung eine wei- tere wichtige Säule. Gezieltes Krafttraining stärkt die Muskeln, die im Zusammenspiel mit den Knochen unseren Körper tragen. Aber auch Walken, Radfahren oder Tanzen sind eine gute und ganzheitliche Vorsorge.


Diagnose

Ob man zu Osteoporose neigt, zeigt eine schmerzfreie Untersuchung, bei der die Knochenmineraliendichte (BMD) gemessen wird. Mit einem speziellen Röntgenverfahren wird die Knochendichte an den Hüftgelenken und an der Lendenwirbelsäule ermit- telt, ein Computerprogramm errechnet den T-Score, den Knochendichtewert. Normal ist ein Wert über –1, Werte zwischen –1 und –2,5 kennzeichnen eine Vorstufe von Osteoporose, bei einem Wert unter –2,5 liegt bereits eine Osteoporose vor.


Behandlung

Osteoporose kann, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, gut behandelt werden. So kommen etwa Medikamente wie Bisphosphona- te oder Calcitonin zum Einsatz, die den Knochenabbau hemmen. Fluor hingegen fördert den Knochenabbau und Parathormon fördert die Neubildung und sorgt für ein dichtes Knochenvolumen.

Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einem Wirbelkörpereinbruch kommen, in diesem Fall ist eine Operation unumgänglich. Im Zuge der sogenannten Kyphoplastie wird in lokaler Betäubung Knochenzement in den Wirbelkörper eingebracht und der Wirbel wieder aufgerichtet. Der minimalinvasive Eingriff führt in kurzer Zeit zu Schmerz- und Beschwerdefreiheit. Eine weitere Möglichkeit ist Vertebroplastie. Dabei wird Knochenzement unter Röntgenkontrolle in den Wirbelkörper gespritzt. So wird der Knochen zwar stabilisiert, aber nicht aufgerichtet. Ob Vorsorge oder Behandlung – um die drei Säulen Ernährung, Bewegung und einen gesünderen Lebensstil kommt man wohl nicht herum, damit unsere Knochen stark bleiben und uns (unter)stützen.


Doris Simhofer

erschienen in GESUND & LEBEN 03/2021