ESSEN

Das bunte Koch-ABC

Der »tut gut«-Wirt Markus Bsteh verrät coole und gesunde Rezepte für junge Feinschmecker.

Gemüsemuffel oder Vitaminkrieger – oft ist es gar nicht so einfach, kleinen Gourmets gesundes Essen schmackhaft zu machen. Dabei sind vitalstoff- und abwechslungsreiche Mahlzeiten für das gesunde Wachstum der Kinder enorm wichtig. Das Gasthaus Bsteh in Wulzeshofen bei Laa an der Thaya setzt daher auf witzige Ideen, um die gesunden Inhaltsstoffe in den Kindergerichten raffiniert zu verstecken. „Wir legen großen Wert darauf, kreativ und vielfältig zu kochen. Immer wieder probieren wir neue Kreationen und er- weitern dementsprechend unsere Speisekarte“, sagt Markus Bsteh, der das Gasthaus in zweiter Generati- on führt und mit voller Leidenschaft selbst den Kochlöffel schwingt. Nach seiner Ausbildung zum Koch durchlief er mehrere Stationen in Österreich, Deutschland und der Schweiz, bevor er vor 17 Jahren in den Familienbetrieb zurückkehrte. Seine erste „Amtshandlung“: „Ein eigenes Kräutergartl! Mit Kräutern zu wür- zen ist die natürlichste Art, den Eigengeschmack von Speisen abzurunden und zu ergänzen – eine traditi- onsreiche Kunst, die jeder erlernen kann.“ Die selbst angebauten Kräuter und Früchte werden in der haus- eigenen Greißlerei unter anderem zu Marmeladen, Salatwürzen, Kräutersalzen und Obstsäften verarbeitet. „Unser Gasthaus lebt von dem Ideenreichtum der Köche, dem persönlichen Kontakt zu unseren regionalen Produzenten und dem Wissen um Saisonalität“, erklärt Bsteh die Philosophie seines Betriebs.


Gesunde Kochschule

Im September starten wieder lange und lernintensive Tage für alle Schulkinder. Das Mittag- oder Abendes- sen zuhause sollte stärken, gleichzeitig jedoch nicht schwer im Magen liegen, damit sich die Sprösslinge hinterher auf das Lernen oder die Hausübung konzentrieren können. Will man seine Kinder für neue Spei- sen begeistern, so kann das gemeinsame Kochen hilfreich sein – so wächst automatisch das Interesse an neuen Gerichten. Der Stolz über die eigenen Fähigkeiten motiviert Kinder anschließend, das selbst zuberei-

tete Essen auch zu probieren. Bereits von klein auf können sie in der Küche mithelfen. Dabei verbringen sie gemütliche Stunden mit ihren Eltern, sprechen über Lebensmittel und erfahren viel über gesunde Ernäh- rung. Kochen stärkt die motorischen Fähigkeiten, die Kinder lernen selbstständig zu arbeiten und wachsen an ihren Aufgaben. Sandra Pfeffer, BSc, »tut gut«-Ernährungsexpertin erklärt, worauf es beim Kochen mit und für Kinder ankommt: „Durch regelmäßige ausgewogene Mahlzeiten erhalten Kinder ausreichend Ener- gie und sind den Tag über fit und gestärkt. Die benötigten Nährstoffe können über drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten gut abgedeckt werden.“ Frittiertes und stark angebratenes Essen sollte nicht täglich auf dem Kinderteller landen, denn damit tut sich ihre Verdauung schwer. Pfeffers Tipp: „Die Kindermahlzei- ten möglichst abwechslungsreich gestalten: Regionales Gemüse, Getreide, eiweißreiche Produkte wie Hül- senfrüchte, Milch, Eier, Fisch oder Fleisch sind dafür bestens geeignet.“ Nüsse oder Getreideprodukte aus vollem Korn, wie zum Beispiel Haferflocken, fördern durch den hohen Mineralstoffgehalt die Konzentration und geben Energie. Damit Kinder Vollkornprodukte langsam kennen lernen können, hilft laut Pfeffer ein klei- ner Überlistungstrick: „Oft ist es hilfreich, Vollkornnudeln mit weißen Nudeln zu mischen. Und auch bei Ku- chenrezepten lässt sich Weißmehl gut mit Vollkornmehl kombinieren.“


Michaela Neubauer

FotoS: Barbara Nidetzky

L wie Linsensuppe


Zutaten: 1 Zwiebel, 1 EL Sonnenblumen- oder Rapsöl, 1 EL Tomatenmark, 150 g rote Linsen, 1 l Gemüsefond, 100 ml Obers, 1 EL frisch

geschnittene Petersilie, Salz

Zubereitung: Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin bei milder Hitze andünsten. Das Tomatenmark unterrühren und kurz anrösten. Die Linsen dazugeben und mit dem Gemüsefond aufgießen. Alles knapp unter dem Siedepunkt 20 Minuten ziehen lassen, bis die Linsen weich sind. Nach zehn Minuten 5 EL Linsen für die Einlage herausnehmen und beiseitestellen. Obers hinzufügen und die Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Die Petersilie hinein rühren und mit Salz abschmecken.

G wie Gemüsestäbchen


Zutaten: 500 g Erdäpfel, 180 g Karotten (oder Kohlrabi, Zucchini, Kürbis etc.), 100 g Erbsen, tiefgekühlt, 4 Stängel Petersilie, 100 g Käse

gerieben (zum Beispiel Emmentaler oder

Mozzarella), 2 Eier, Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel

Zubereitung: Die Erdäpfel ca. 20 bis 25 Minuten kochen, bis sie gar sind. In der Zwischenzeit die Erbsen auftauen lassen, die Karotten reiben und die Petersilie fein hacken. Erdäpfel schälen, auskühlen lassen und ebenfalls rei- ben. Die geriebenen Erdäpfel und Karotten mit den Erbsen, dem Käse, der Petersilie und den Eiern verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Ge- müsemischung mit den Händen zu Stäbchen formen. Dabei können die Kin- der auch toll mithelfen. Etwas Sonnenblumenöl in eine Pfanne geben und die Gemüsestäbchen bei mittlerer Hitze von beiden Seiten ca. vier Minuten bra- ten, bis sie goldbraun sind. Man kann die

Stäbchen auch auf ein beschichtetes Backblech geben und im Rohr backen.

K wie Karottenwaffeln


Zutaten: 4 Karotten, 4 EL Haferflocken,

95 g weiche Butter, 375 ml Milch, 195 g Mehl

(»tut gut«-Tipp: Die Hälfte des Mehls durch

Vollkornmehl ersetzen), 4 Eier

Zubereitung: Die Karotten schälen und sehr fein

reiben. Die weiche Butter mit den Eiern verquirlen. Milch einrühren und nach und nach das Mehl und die Haferflocken dazugeben. Zum Schluss die ge- raspelten Karotten unterheben. Den Teig löffelweise auf ein Waffeleisen ge- ben und backen. Mit Salat oder Gemüse anrichten.

C wie Couscous (Nachspeise)


Zutaten: 150 g Vollkorn-Couscous, 200 ml Milch oder Pflanzenmilch, Obst nach Saison (z. B. Äpfel, Birnen, Zwetschken oder Weintrauben),

2 EL Zucker, Zimt, Apfelsaft

Zubereitung: Die Milch in einem kleinen Topf erhitzen. Anschließend den Couscous damit übergießen und ungefähr drei Minuten lang quellen lassen. Obst in kleine Stücke schneiden.

Zucker in einer Pfanne karamellisieren, mit etwas Apfelsaft ablöschen, Obst dazugeben, mit Zimt aromatisieren. Den Couscous mit einer Gabel durch rühren und mit den Früchten anrichten.

erschienen in GESUND & LEBEN 09/2020