FRÜHJAHRSMÜDIGKEIT

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Iss dich munter!

Mit der richtigen Ernährung können Sie der Frühjahrsmüdigkeit den Kampf ansagen.

Auch wenn uns nach dem Winter die Natur einlädt, mit ihr gemeinsam zu neuem Leben zu erwachen, fühlen sich viele Menschen zwischen März und Mai schlapp, müde und antriebslos. Am liebsten wür- den sie den ganzen Tag im Bett bleiben, anstatt einen ausgedehnten Spaziergang an der frischen Luft zu machen. Nicht selten gesellen sich auch Schwindel, Gereiztheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme dazu. Kurz: Man hat das Gefühl, Körper und Geist sind noch immer nicht aus dem Winterschlaf erwacht. In solchen Fällen spricht man von Frühjahrsmüdigkeit. Laut Experten leidet so gut wie jede Österreicherin und jeder Österreicher mindestens einmal im Leben daran.


Der Winter hat uns müde gemacht

Die Frühjahrsmüdigkeit hat mehrere Ursachen. Zum einen den Hormonhaushalt, denn die innere Uhr kommt nur langsam in Schwung: Die Produktion vom Hormon Serotonin, das für die Aktivierung des Körpers zuständig ist, wird durch die vermehrte Sonneneinstrahlung im Frühling angekurbelt. Gleich- zeitig wird die Produktion von Melatonin gedrosselt.

Das „Schlafhormon“ sorgt dafür, dass wir in der Nacht erholsam ruhen können. Aber auch die (fal- sche) Ernährung während der Wintermonate spielt bei der Frühjahrsmüdigkeit eine entscheidende Rolle. Der Stoffwechsel, allen voran die entgiftenden Organe Leber und Bauchspeicheldrüse, sind im Frühling noch immer damit beschäftigt, dem üppigen und überkalorischen Essen der Wintermonate Herr zu werden.


Orientierung Natur

Neben ausreichend Bewegung in der Natur hilft auch eine vollwertige und leichte Frühlingsküche da- bei, der lästigen Müdigkeit den Kampf anzusagen. Neben frischem Obst und Gemüse tun Frühlings- kräuter dem Körper gut. Brennnessel, Bärlauch, Löwenzahn, Zinnkraut, Ringelblumen, Schafgarbe, Hirschzunge und Co. schmecken köstlich und können auch in Form von (Fasten-)Tees unkompliziert aufgenommen werden. Darüber hinaus unterstützen sie den Stoffwechsel. Sprossen und frische Keim- linge, wie Radieschen, Kapuzinerkresse, Kren, Brunnenkresse oder Senfsprossen leiten Schad- und Giftstoffe aus dem Körper. Um im Frühjahr wieder fit zu werden, ist es auch wichtig, ausreichend zu trinken – mindestens 1,5 Liter täglich, bestenfalls ungezuckerte Kräutertees oder Wasser. Heimische Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Bio-Sojabohnen, Kürbiskerne, Haferflocken, Mohn sowie qualitätsvoller Käse und Fisch enthalten eine beachtliche Menge an Serotonin und sorgen dafür, dass Ihre Antriebslosigkeit bald der Vergangenheit angehört. Oder Sie nehmen die Fastenzeit zum Anlass für Basenfasten. Bei dieser zeitlich begrenzten Kur kommen nur basische Lebensmittel auf den Teller. So entschlacken Sie Ihren Körper und lernen neue Geschmackswelten kennen.


Stefan Stratmann

erschienen in GESUND & LEBEN 03/2020