KUREN & REHABILITATION IN NÖ - JOD-SCHWEFELWASSER

Mit der Kraft des Wassers

Im Kurzentrum Ludwigstorff wird neben der „klassischen Kur“ auch „Ge- sundheitsvorsorge Aktiv“ angeboten – zugeschnitten auf Menschen mit Er- krankungen des Stütz- und Bewegungsapparats- .

Die Kraft des Jod-Schwefelwassers wird über die Haut aufgenommen- .

FOTOS: kurzentrum ludwigstorff, istockphoto/ND3000

Jod-Schwefelwasser lindert Beschwerden und fördert die Entspannung.

Gute Verbindungen sind wertvoll. Jod und Schwefel zum Beispiel, eine Verbindung, die den natürlichen Quellen i- m Kurzentrum Ludwigstorff entspringt. Verlässlichste Testimonials zur Wirkung dieser wohltuenden Kombination sind die Römer, die die heilenden Kräfte des Mineralwassers nutzten, um ihr Rheuma zu kurieren. Eine 2000-jährige Er- folgsgeschichte, die die Gäste des Kurzentrums heute mehr denn je zu schätzen wissen- .

„Unsere Gäste laborieren an Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, wobei alle degenerativen Erkran- kungen der Gelenke und Wirbelsäule im Vordergrund stehen. Aber auch Osteoporose oder Weichteilerkrankungen wie die Fibromyalgie oder stoffwechselbedingte Erkrankungen wie die Gicht zählen dazu“, berichtet Dr. Gabriele Eberl, Ärztliche Leiterin des Kurzentrums Ludwigstorff in Bad Deutsch-Altenburg. Ihr liegt auch die Behandlung von entzündlichen rheumatischen Erkrankung am Herzen, die im Zeitalter der Biologika von den Maßnahmen der neu- en „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ profitieren können- .

Vor einem Jahr hat die erfahrene Rheumatologin die Ärztliche Leitung des Familienbetriebes übernommen. Schon während ihrer Ausbildung wusste Gabriele Eberl, dass Diagnostik und Therapie rheumatischer Erkrankungen ganz „ihre“ Bereiche sind. Nach Stationen in rheumatologischen Zentren, Stationsleitung an der 2. Medizinischen Abte- ilung in Hietzing sowie Ärztliche Direktion in einem Rehabilitationsbetrieb in Baden folgte sie dem Ruf des Herzens und übernahm die Leitung des Traditionskurhauses in Bad Deutsch-Altenburg- .


Die „klassische Kur“

Neben der „klassischen Kur“ wird im Haus seit 2018 das Programm „Gesundheitsvorsorge aktiv“ (GVA) angebo- ten. Es ist auf Menschen mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates zugeschnitten, die im Arbeitspro- zess stehen und möglichst lange ohne Beschwerden ihren Beruf ausüben möchten oder bereits in Pension sind und ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit in allen Lebensbereichen erhalten möchten. „Wir stützen uns dabei auf drei Säulen: Bewegungsoptimierung, Motivation zu mehr Bewegung und mentale Gesundheit“, erklärt Gabriele Eberl. Im Vergleich zur „klassischen Kur“ stehen bei der GVA mehr aktive Therapien wie Heilgymnastik im Trocke- nen oder im Wasser auf dem Programm, Ausdauer-Training wie Nordic Walking und Kraft- oder Sensomotorik-Trai- ning. Die Therapieverordnung wird bei der Aufnahmeuntersuchung durch einen Fragebogen unterstützt, der berei- ts im Vorfeld von den Patientinnen und Patienten beantwortet wird. „Dadurch können wir sehr gut die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen berücksichtigen. Es kommen dann verschiedene Module zum Einsatz, die genau maßgeschneidert das anbieten, was diese Person braucht – wie Motivation zur Bewegung, gesündere Ernährung oder Entspannungsstrategien. Die Patienten nehmen an zahlreichen Workshops teil und entwickeln so Freude an der Bewegung, aber auch das Stärken der Eigenverantwortung ist ein wesentlicher Punkt“, erklärt Gabriele Eber- l.


Genussvolle Tage

Kurgäste müssen sich jedoch weder kasteien noch einem Leistungswettbewerb standhalten. Sanfte Aktivitäten wie Heil- oder Unterwassergymnastik, Muskeldehnung oder Nordic Walking fördern die Lust an der Bewegung. Ergä- nzend dazu stärken Kraft- und Ausdauertraining die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System. Jede und jeder kann so ausprobieren, was Spaß macht, damit man es im Alltag beibehalten kann. In Kombination mit der Kraft des Wassers werden Schwefelbäder oder -packungen angewendet sowie verschiedene physikalische Methoden und wohltuende Massagen- .

„Aber auch in der klassischen Kur, die ein anderes Leistungsprofil hat und nicht in Netto-Therapieminuten gerech- net wird, bewährte sich im Kurzentrum Ludwigstorff seit Jahren das Angebot an aktiven Therapien. Alle Patienten haben die Möglichkeit auch an einem attraktiven aktiven Freizeitangebot teilzunehmen“, sagt die Medizinerin. Die Kraft des Jod-Schwefelwassers wird über die Haut vom Körper aufgenommen, dieses lindert Beschwerden und fö- rdert die Entspannung. Bei einer dreiwöchigen Kur ist Entspannung eine wichtige Säule. Und das angenehme A- m

biente, die vielfältige Natur, die zum Spazieren oder Walken verlockt, tun das Ihre, damit man den Kopf wieder richtig frei bekommen kann, die Gedanken ordnen und Schmerzen hinter sich lassen. Freilich darf auch gesunde Ernährung nicht fehlen – die Köstlichkeiten, die die ambitionierten Köche des Hauses zaubern, bestehen aus regionalen, bodenständigen Zutaten aus dem Marchfeld und von regionalen Fleischlieferanten. Schließlich wohnt ein gesunder Geist auch in einem gesund (er- nährten) Körper.

Ein besonderes Angebot bietet das familiär geführte Kurzentrum Ludwigstorff: Be- rufstätige können eine GVA übrigens auch splitten, also zwei Wochen plus eine Wo- che, wenn es sich mit der Arbeit so besser ausgeht. Es steht aber auch eine Reihe von gesunden Programmen unterschiedlicher Länge zur Auswahl, die man privat absolvieren kann, wie etwa eine Stress- und Burnoutprävention, die eine Kombinati- on von Schwefelbädern, Massagen, Bewegung, Einzelcoachings und Sinnesschu- lung beinhaltet. Damit lässt sich in kurzer Zeit bereits Kraft tanken und neue Energie für den Alltag schöpfen.Menschen, die an Neurodermitis oder Psoriasis laborieren, erhalten eine individuell zusammengestellte private Kur aus 20 Therapien, denn das Jod-Schwefelwasser zeigt auch positive Wirkungen bei dermatologischen Erkran- kungen.


Nach der Kur

Eine Botschaft gibt Gabriele Eberl jedem ihrer Kurgäste mit nach Hause. Sie rät, sich schon während des Aufenthalts zu überlegen, wie man dies im täglichen Leben sicher und gut verankern kann: „Wichtig ist, im Alltag weiter aktiv zu bleiben. Die eine oder andere Bewegungsform wie etwa heilgymnastische Übungen, Ausdaue- rtraining oder Nordic Walking sollte man unbedingt fortsetzen. Dafür gibt es zahlre- iche Anregungen. Besonders bei chronischen Wirbelsäulenbeschwerden, aber auch bei vielen anderen Erkrankungen, ist regelmäßiges Training – fast wie Zähneputzen – nicht mehr wegzudenken.“



Doris Simhofer

Dr. Gabriele Eberl, Ärztliche Leite- rin des Kurzentrums Ludwigstorf- f

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 05/2019