Impfung

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Ihr Impfpass

wird digital

Mit den Covid-19-Impfungen startet auch der elektronische Impfpass.

GESUND & LEBEN erklärt, wie er funktioniert und welche Vorteile er bringt.

1. Ab wann wird es den e-Impfpass geben?

Das Projekt startete mit den Covid-19-Impfungen. Laut Regierung soll dieses Jahr der e-Impfpass getestet, evaluiert und dann schrittweise eingeführt werden. Geplant ist, dass er 2023 im Gesundheitswesen vollkommen integriert sein soll.


2. Wo werden die Impfeinträge gespeichert?

Als technische Basis dient ELGA, also die umfangreiche technische Infrastruktur der elektronischen Gesundheitsakte. Die Imp- fungen werden nicht auf der e-Card gespeichert, sondern in einem zentralen elektronischen und abgesicherten Impfregister, zu dem alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Zugriff haben. Eingetragen werden die Impfungen vom Arzt, der diese verab- reicht. Wichtig ist, dass man die e-Card zum Impftermin mitbringt.


3. Welche Daten sind am e-Impfpass gespeichert?

Laut offizieller ELGA-Homepage werden Angaben zur geimpften Person, Datum der Impfung, Handelsname des Impfstoffes, Chargenbezeichnung und Name des impfenden Arztes im e-Impfpass zu sehen sein. Es werden alle Impfungen eingetragen, die man von nun an verabreicht bekommt. Gespeichert bleiben sie ein Leben lang.


4. Werden alte Impfungen nachgetragen?

Ist ein Nachtrag aller Impfungen, die vor der Covid-19-Impfung erfolgt sind, seitens des Patienten gewünscht, muss dieser die Kosten dafür selbst tragen. Für das Nacherfassen ist der impfende Arzt zuständig. Es empfiehlt sich jedoch, zuerst nachzufra- gen, ob der behandelnde Arzt diese Serviceleistung überhaupt anbietet.


5. Hat man als Patient Einsicht in den e-Impfpass?

Ja, die Impfungen sind über den sicheren ELGA-Zugang einsehbar. Zudem kann der e-Impfpass jederzeit ausgedruckt werden. Mittels spezieller ELGA-Berechtigungen können Eltern auch den e-Impfpass ihrer Kinder einsehen. Ziel ist ein international gülti- ger e-Impfpass. Aktuell ist für Reisen in Gebiete, die international vorgeschriebene Impfungen erfordern, aber nach wie vor der analoge Impfpass (auf Papier) erforderlich.


6. Ich habe mich von ELGA abgemeldet. Bekomme ich trotzdem einen e-Impfpass?

Ja, denn es besteht kein Zusammenhang zwischen einer ELGA-Abmeldung und dem e-Impfpass. Der e-Impfpass ist verpflich- tend, von ihm ist keine Abmeldung möglich.


7. Was sind die Vorteile des e-Impfpasses?

Dass der Impfpass verloren geht oder nicht zum Arzttermin mitgebracht wird, gehört mit dem e-Impfpass der Vergangenheit an. Ein weiterer zentraler Vorteil ist die benutzerfreundliche Übersicht. Zudem beinhalt der e-Impfpass sowohl eine Reminder- als auch eine Suchfunktion, wodurch man beispielsweise daran erinnert wird, wann die nächste Zecken- oder Hepatitis-Impfung fäl- lig ist. Im e-Impfpass ist auf einen Blick ersichtlich, welcher Impfstoff bei einer zuvor erfolgten Teilimpfung verabreicht wurde – aktuell bei Covid-19-Impfungen ein wichtiger Aspekt. Der behandelnde Arzt hat zudem stets die Möglichkeit, unkompliziert nachzusehen, welche Impfungen bereits verabreicht wurden und welche nicht. Somit werden nicht nur Doppelimpfungen ver- mieden, sondern dem Gesundheitswesen auch die Möglichkeit gegeben, adäquat zu reagieren, um die Ausbreitung einer Krankheit zu verhindern. Geplant ist eine Verknüpfung mit dem österreichischen Impfplan, wodurch unter anderem individuelle Impfempfehlungen möglich sein sollen.


8. Was passiert mit dem bisherigen Papier-Impfpass? Verliert dieser seine Gültigkeit?

Bitte keinesfalls den bisherigen Impfpass wegwerfen, denn dieser ist für den Nachweis von alten Impfungen notwendig.


Manuel Simbürge

erschienen in GESUND & LEBEN 03/2021