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LUNGE

Auf dem Weg zur Heilung

Krebserkrankungen bei Kindern sind zwar selten, doch umso belastender für die ganze Familie.

In Österreich erkranken etwa 300 Kinder pro Jahr an Krebs, am häufigsten sind Leukämie (ca. 31 Prozent), gefolgt von Hirntumoren (24 Prozent) und Neuroblastomen (sieben Prozent). Die gute Nachricht: Die häufigste Krebserkrankung bei Kindern, die akute lym- phatische Leukämie, ist in 90 Prozent der Fälle heilbar. Die Rückfallwahrscheinlichkeit liegt bei 20 Prozent, doch auch die Hälfte da- von ist heilbar. Ursache einer Leukämie ist ein Überschuss an weißen Blutkörperchen, die im Knochenmark gebildet werden. Dieses Übermaß tötet auch gesunde Blutzellen ab und verringert den Sauerstofftransport im Körper. Die häufigsten Symptome sind Blässe, Müdigkeit, geschwollene Lymphknoten, häufige Infektionen und Fieber sowie Appetitlosigkeit. Bei Hirntumoren sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und andauernde Müdigkeit ein ernstzunehmendes Anzeichen. Anders ist das bei Neuroblastomen, die meist keine Beschwerden mit sich bringen. Diese Tumore des Nervensystems werden meist zufällig entdeckt. Die Medizin hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, sodass heute neue Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. So etwa können bestimmte Medikamente die Signalwege der Krebszellen blockieren und die Vermehrung entarteter Zellen verhindern. Außerdem sind diese neuen Therapien nebenwirkungsarm und könnten künftig die Chemotherapie ganz ersetzen. Diese und die Knochenmarkstransplan- tation bleiben jedoch weiterhin vielversprechende Optionen. Vor allem in die Kombination von Therapien setzt die Medizin große Hoffnungen, wie etwa mit Antikörpern oder Immuntherapie.

In Österreich haben Kinder mit einer Krebserkrankung die besten Chancen, wieder gesund zu werden. Die acht Spezialzentren ar- beiten eng mit der St.-Anna-Kinderkrebsforschung zusammen und sind immer am neuesten wissenschaftlichen Stand. Darüber hin- aus verfügt das Ionentherapiezentrum MedAustron in Wiener Neustadt über eine spezielle Expertise zur Behandlung von Krebser- krankungen bei Kindern.


Was Eltern tun können

Für betroffene Eltern ist es ein Schicksalsschlag, wenn bei ihrem Kind die Diagnose Krebs gestellt wird. Medizinerinnen und Medizi- ner beruhigen, auch wenn im familiären Umfeld bereits Krebserkrankungen aufgetreten sind und Verwandte vielleicht sogar daran gestorben sind: Krebserkrankungen verlaufen bei Kindern und Erwachsenen völlig unterschiedlich – es können keine Parallelen ge- zogen werden. Die Heilungsraten sind bei Kindern definitiv höher. Und die Forschung ist auf dem besten Weg, neue Wege zu fin- den, um die Heilungsraten noch weiter zu erhöhen.

Eine Krebserkrankung erkennt man nicht auf den ersten Blick. Ist Ihr Kind aber häufig müde, blass oder verliert an Gewicht, könnte das ein Alarmzeichen sein. Hinzu kommen die beschriebenen Symptome, die einen Besuch bei der Kinderärztin, beim Kinderarzt erfordern.

Um auf Nummer sicher zu gehen, werden viele Untersuchungen durchgeführt – das verlangt Kindern und Eltern meist enorme Ener- gie ab. Belastende Untersuchungen, Krankenhausaufenthalte und die Ungewissheit zehren. Um dem Kind die Trennung von den El- tern zu erleichtern, bieten viele Kliniken die Möglichkeit an, auch nachts bei ihrem Kind zu bleiben.


Wenden Sie sich an die Kinderkrebshilfe:

Diese bietet eine Reihe an Betreuungs- und Pflegemöglichkeiten, um Eltern und Kinder zu unterstützen. Auch Sozialarbeit, Musik- und Kunsttherapie, Kinderbetreuung und Lehrkräfte helfen den kranken Kindern und Jugendlichen, besser mit der Krankheit umge- hen zu lernen.



Doris Simhofer


Informationen:

www.kinderkrebshilfe.at

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 04/2019