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FOTOS: Lebens.Resort Ottenschlag

Bei der „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ spielt Bewegung eine

entscheidende Rolle.

Bewegung hilft bei Rückenschmerzen.

Aktiv gegen

Rückenschmerzen

Gezielte Bewegung wirkt wie ein spezifisches Medikament gegen Rückenprobleme. Im Lebens.Resort Ottenschlag kann man im Rahmen der „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ lernen, wie man sie nutzbringend in den Alltag einbaut.

„Bewegung ist das vielfältigste Heilmittel, das wir kennen. Gezielte Bewegung wirkt wie ein spezifisches Medikament, das uns ent- scheidend hilft, Rückenprobleme hintanzuhalten und ein langes gesundes Leben zu führen“, sagt Prim. Dr. Johannes Püspök, Ärztli- cher Leiter des Lebens.Resort Ottenschlag, wo man seit Frühjahr 2018 die „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ (GVA) in Anspruch nehmen kann.

Im Rahmen der GVA werden Rückenprobleme heute anders behandelt als bei der klassischen Kur. Denn während die Kur stark auf passive Therapien fokussiert, setzt die GVA vor allem auf aktive und aktivierende Maßnahmen zur Lebensstilmodifikation. Bewegung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Menschen werden in der GVA befähigt und motiviert, selbst etwas dafür zu tun, dass sich die Schmerzen dauerhaft bessern bzw. gar nicht erst virulent werden. So lernen sie, ihre persönlichen Gesundheitsprobleme nicht nur behandeln zu lassen, sondern für sich aktiv zu werden. Dazu gehören auch Maßnahmen und Empfehlungen zur richtigen Ernäh- rung und zur Stärkung der mentalen Gesundheit.


Erlebbare Prävention

„Dieser Ansatz entspricht den Erkenntnissen der letzten zehn bis zwanzig Jahre, in denen man sich bewusst wurde, dass es ganz zentral darum geht, präventive Maßnahmen im Sinne der Gesundheitsvorsorge zu setzen. Das ist nötig, weil wir zwar automatisch äl- ter werden, aber wir bleiben nicht automatisch gesund. Die GVA ist die erste große strukturelle Maßnahme, die die Pensionsversiche- rungsanstalt setzt, um Prävention spürbar, erlebbar und sichtbar zu machen“, sagt Primarius Püspök, der stolz darauf ist, dass das Lebens.Resort Ottenschlag nach der Ausschreibung eines der ersten Vertragspartner wurde und seit diesem Zeitpunkt Patientinnen und Patienten im Rahmen der „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ betreuen darf.


Neue Betrachtungsweisen

In Ottenschlag setzt man zudem seit langem auf die sogenannte bio-psychosoziale Sicht auf den Menschen. Das heißt, dass der Mensch als leib-seelische Ganzheit betrachtet wird, denn körperliche und psychische Vorgänge sind untrennbar miteinander und mit den sozialen Beziehungen verbunden, in die jeder von uns von Geburt an eingebettet ist. Damit einher geht auch eine weitere neue Betrachtungsweise von gesundheitlichen Problemen. Sie fußt auf einer von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohle- nen Klassifikation, die Fachleuten unter dem Namen International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) bekannt ist. Mit Hilfe dieses Instruments kann der funktionale Gesundheitszustand und die etwaige Behinderung eines Menschen exakt er- fasst werden. Berücksichtigt werden dabei auch soziale Beeinträchtigungen und relevante Umweltfaktoren, und die Sichtweise auf die jeweiligen Probleme ist keine statische, sondern eine dynamische.


Nachhaltige Besserung

Bezogen auf Rückenschmerzen heißt das, dass nicht nur rein orthopädische Untersuchungsbefunde beachtet werden. Denn es geht auch um Aktivitäten, die im Alltag über Arbeitsfähigkeit und Teilhabe entscheiden – zum Beispiel, wie lange man trotz Rücken- schmerzen sitzen, stehen oder Auto fahren kann, ob der Schmerz die Nachtruhe stört, ob man sich bücken oder Haushaltsarbeiten erledigen kann usw. „Zudem achten wir nicht nur darauf, was schmerzt, sondern auch darauf, was zur Schmerzentstehung geführt hat, und was man neben der unmittelbaren Behandlung des Schmerzes im Umfeld eines betroffenen Patienten verändern kann. Denn so können nachhaltige Verbesserungen erzielt werden“, sagt Püspök.


Bewegung im Mittelpunkt

Im Lebens.Resort Ottenschlag kümmern sich speziell geschulte Ärzte und Therapeutinnen darum, dass etwa unspezifische Rücken- schmerzen und Bandscheibenschäden gebessert oder dass ihnen vorgebeugt werden kann. Das geschieht einerseits durch maß- geschneiderte Therapien, die auf die individuellen Schmerzzustände fokussieren, andererseits durch die schon erwähnte Verbesse- rung der Lebensstilfaktoren Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit.

Das Programm besteht aus einem Basismodul, zielorientierten Aufbaumodulen und einem Ergänzungsmodul. Bewegung steht dabei zentral im Mittelpunkt: Aktivtherapien und angepasster Sport bilden die Basis des Programms, das den Lebensstil und die Lebens- qualität der Menschen verbessert und somit mehr gesunde Lebensjahre bringt, wenn man sie auch nach dem GVA-Aufenthalt in den Alltag daheim einbaut.

„Bewegung ist der Schlüssel, mit dem man Rückenschmerzen begegnen sollte“, betont Püspök. „Gezielt eingesetzt hilft sie ent- scheidend, die Rückengesundheit wiederherzustellen und möglichst lange zu erhalten. Davon abgesehen stärkt sie das Herz- Kreislauf-

System und wirkt stressmodulierend und stoffwechselnormalisierend.“ Genug Gründe also, sich in Bewegung zu setzen.



Gabriele Vasak

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 04/2019