GARTEN

Schützen, was uns nützt

Eine Bauanleitung für ein Nützlingshotel und weitere Informationen erhalten Sie auf www.naturimgarten.at.

„Natur im Garten“-Telefon: 02742/74333,

gartentelefon@naturimgarten.at

FotoS: adobe stock/ Alekss, natur im garten

Nützlinge sind bedroht – und brauchen unsere Hilfe. Auf der Garten Tulln ist daher ein Weltrekord-Nützlingshotel geplant. Bauen Sie mit!

Nützlinge wie Bienen, Hummeln und zahlreiche andere Insek- ten sind für ein ökologisches Gefüge im Garten essentiell. Und für uns Menschen von unschätzbarem Wert. Wildbienen, zu denen übrigens auch die Hummeln gehören, bestäuben nämlich über 60 Prozent unserer Kulturpflanzen. Sie sind flei- ßige Helfer und wir können viel für sie tun: Geeignete Nistplät- ze und Unterkünfte sowie ein reichhaltiges Angebot an ver- schiedenen Pflanzen helfen Wildbienen, Schmetterlingen, Marienkäfern und anderen Insekten dabei, zu überleben.

Die Natur unterscheidet nicht zwischen Schädlingen und Nützlingen, denn im ökologischen Gleichgewicht ist für alle Platz. Diese Tatsache können wir uns im Garten zunutze ma- chen, indem wir die natürliche Vielfalt fördern. Das geschieht durch möglichst viele unterschiedliche Naturgartenelemente

und eine abwechslungsreiche, standortgerechte heimische Bepflanzung.

Für bestimmte Wildbienenarten sind vegetationsfreie Stellen besonders wichtig, da sie in der Erde brüten. Sie können im Garten solche Flächen, wie sie zum Beispiel bei Trockenrasen vorkommen, mit ungewaschenem Sand nachbauen. Leere Schneckenhäuser werden von manchen Wildbienenarten genutzt. Andere brauchen markhaltige Stängel von Stauden und Sträuchern. Sie nisten in den abgestorbenen und stehengebliebenen Stängeln von Disteln, Königskerzen und Brombeeren. Lassen Sie die Stauden daher von Herbst bis zum Frühjahr stehen und warten Sie mit dem Frühjahrsputz.

Wildbienen nisten nur dort, wo sie ausreichend Nahrung wie Pollen und Nektar finden. Deshalb ist ein buntes Blütenangebot wichtig. Obstgehölze, Stauden und Sommerblumen mit ungefüllten Blüten und beispielsweise eine Blumenwiese oder ein Kräuterrasen lassen auch unsere Herzen höher schlagen.


Ein Hotel für Nützlinge

Wer eine künstliche Nisthilfe, beispielsweise ein Nützlingshotel, bauen möchte, findet bei „Natur im Garten“ detaillierte Bau- anleitungen (auch auf Video). Ein einfaches Wildbienenhotel kann leicht selbst gebastelt werden. Man benötigt dafür eine saubere, mindestens 15 bis 20 Zentimeter tiefe Konservendose und hohle Pflanzenhalme mit einem Durchmesser von drei bis neun Millimeter, etwa eine Schilfrohrmatte aus dem Baumarkt.

Kürzen Sie die Stängel mit einer scharfen Gartenschere glatt auf die Länge der Dose ein. Ein sauberer Schnitt ist unbedingt notwendig, da sonst die Flügel der Wildbienen verletzt werden können. Tipp: Die Stängel splittern nicht, wenn sie vor dem Schneiden in Wasser eingeweicht werden. Befüllen Sie die Dose so dicht wie möglich mit den Stängeln. Achten Sie darauf, nur durchgehend hohle und intakte Stängel zu verwenden. Die Dose kann dekorativ mit Jute umwickelt werden. Und so hän- gen Sie das Hotel auf: mit einer Drahtschlaufe, vor Wind, Wetter und direkter Sonneneinstrahlung geschützt, erhöht südost- seitig, mit der Öffnung leicht nach unten geneigt.


Am Weltrekord mitbauen

„Natur im Garten“ will auf der Garten Tulln das größte Nützlingshotel der Welt errichten. Das klappt aber nur, wenn sich mög- lichst viele Menschen beteiligen. Am Weltrekordversuch nehmen Schulen mit Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren teil. Auch Privatpersonen sind eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Der Weltrekordversuch wird am 27. Juni 2019 auf der Garten Tulln – der „Natur im Garten“-Erlebniswelt – präsentiert.

Green Fact


Wildbienen sind für uns Menschen ungefährlich, da sie überwiegend einzeln leben und somit keinen Staat vertei- digen müssen. Zudem sind Wildbienen wesentlich kälte- toleranter als Honigbienen. Sie fliegen bereits bei niedri- gen Temperaturen und sind daher besonders wichtige Bestäuber – ohne sie würden viele Obstbaumarten keine Früchte tragen.

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 04/2019