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OHREN

Spitz die Ohren!

Schwerhörigkeit sollte rasch erkannt und abgeklärt werden – denn sie bedroht die Gesundheit.

Eine Hörminderung ist nicht lediglich eine unangenehme Angelegenheit für Betroffene und deren Angehörige, sondern kann mitun- ter auch fatale Folgen haben. Untersuchungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, je nach Grad der Schwerhörigkeit um bis zu 50 Prozent erhöht ist. Darüber hinaus kann eine unbehandelte Hörminderung Stress, Schlafstörungen und Schwindel verursachen. Hier spielt auch die psychische Komponente eine wichtige Rolle: Betroffene haben das Gefühl, sich nicht mehr aktiv am alltäglichen Geschehen beteiligen zu können, weil sie vieles nicht mitbekommen. Dadurch kommt es häufig zu Orientierungslosigkeit, Ängsten, sozialer Isolation und Depressionen.


Schwerhörigkeit kennt kein Alter

Eine Hörminderung kann in jedem Lebensalter einsetzen und kommt meist schleichend. Mitunter wird sie von der Umgebung schneller erkannt als von den Betroffenen selbst. Schätzungen zufolge sind sogar 16 Prozent der Österreicherinnen und Österrei- cher schwerhörig. Erste Anzeichen sind oft das Überhören von Telefon- oder Türklingel, häufiges Nachfragen in Gesprächen, laute- res Fernsehen oder Radiohören als gewöhnlich.

Um welchen Typus von Schwerhörigkeit es sich im Einzelfall handelt, stellt eine HNO-Ärztin oder ein HNO-Arzt fest.

Manchmal ist akut auftretende Schwerhörigkeit lediglich die Folge eines verstopften Gehörgangs. Bei anderen Formen, etwa einer Schallempfindungs-Schwerhörigkeit, bringt ein individuell angepasstes Hörgerät mehr Lebensqualität. Die Anpassung der Hörsyste- me führen professionelle Hörakustiker durch. Sie helfen bei der Auswahl des passenden Modells, machen Hörtests und -trainings und stehen für anfallende Fragen oder Neuanpassungen zur Verfügung.



Michaela Trpin

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 04/2019