IM PORTRÄT

FotoS: Gerald lechner

„Ich fange immer mit meiner Lieblingsübung an. Und wenn ich dann spüre, wie gut es meinem Körper tut, bleibe ich dran und mache die nächste Übung und noch eine.“ Ingrid Turković-Wendl

Bewegen Sie sich! Regelmäßig!

Ingrid Turković-Wendl zeigt in der Broschüre „Die täglichen 10“, wie Sie auch in den späten Lebensjahren fit, beweglich und aktiv bleiben können.

Sportwissenschaftlerin

Raffaela Gebhart, Bakk.

hat das neue Programm

„Die täglichen 10“ entwickelt. „Die Übungen in der Broschüre stärken die konditionelle Fähigkeit der Kraft sowie die koordinative Fähigkeit des Gleich- gewichts als wesentliche Ergänzungen zu einer Herz-Kreislauf-

anregenden Aktivität wie Radfahren, Walken, Schwimmen oder Wandern.“

Ingrid Turkovi´c-Wendl steht auf einem riesigen weißen Papier-Unter- und Hintergrund im Fotostudio. Die Kamera ist auf sie gerichtet. Die ehemalige Eiskunstläuferin nimmt konzentriert die gewünschten Haltungen ein, die ihr Sportwissenschaftlerin Raffaela Gebhart ansagt. Gespannt bis in die Fin- gerspitzen und absolut professionell spult die 78-Jährige Übung für Übung herunter, korrigiert sich immer wieder – und sieht dabei einfach nur großar- tig aus. Hier entstehen Fotos für die neue Fitness-Broschüre „Die täglichen 10“, die ältere Menschen zum Trainieren motivieren soll. Die ehemalige ORF-Moderatorin ist so überzeugt vom Wert der Bewegung in jedem Le- bensalter, dass sie sich Jahr für Jahr und noch immer gerne den Strapa- zen des Fotoshootings aussetzt.

Nach dem zweistündigen Fototermin erzählt sie: Dass sie das Trainingskonzept der Senioren-Broschüren von Sportland Nieder- österreich so toll findet. Dass sie das Shooting so gern gemacht hat, weil sie weiß, wie wichtig Trainingspläne sind und sie sich selber immer wieder die diversen Übungshefte herausholt und nachturnt. Und sie erklärt, warum sie so überzeugt ist, dass B- ewegung einfach immer hilft. Und dass auch sie sich oft dazu überwinden muss, weil ihr der Rücken weh tut oder sie einfach müde ist. Dass ihre beeindruckende Fitness also auch ihr nicht in den Schoß fällt- .


Wintermärchen

Ingrid Turkovi´c-Wendl ist noch immer die strahlende Eisprinzessin, wenn sie von ihrem Sport und ihren Erfolgen spricht. Sie profitiere immer noch von der Disziplin, die sie als Jugendliche und junge Erwachsene beim Eiskunstlaufen erworben hat. Wie bekommt man diese Disziplin? Wie überwindet man sich zum Training? Das Schöne sei, wenn man etwas ganz Eigenes finde, das einem Spaß macht, sagt sie. Fasziniert war sie schon immer von der Musik, damals im Nachkriegs-Österreich. Und diese Liebe zur Musik hat die 1940 Geborene auch motiviert, täglich ihr Bestes zu geben: Zum Abschluss jeden Trainings durfte sie eine halbe Stunde zu Musik frei laufen. Da konnte sie ausprobieren, was sie an Ideen für die nächsten Choreografien hatte. Tur- kovi´c-Wendl erzählt dankbar von ihrer klugen Mutter, die nicht dem Klischee einer Eislauf-Mutter entsprach: Mit ihrem „großen ästhetischen Empfinden“ hat sie ihre Tochter nie kritisiert, sondern zu den gezeigten Drehungen, Sprüngen und Kombinationen nur gesagt, das oder jenes sei noch schöner als das gerade Gezeigt- e.

Ingrid Turkovi´c-Wendl strahlt, wenn sie über ihre Eiskunstlauf-Karriere spricht. Was für ein Glück es gewesen sei, damals mit Hanna Eigel und Hanna Walter zwei gleich starke Trainingspartnerinnen und Konkurrentinnen zu haben. Die drei damaligen Spitzensportlerinnen sind bis heute Freundinnen. In den Jahren 1955 bis 1958 hat Ingrid Turkovi´c-Wendl drei Mal die Staats- meisterschaft gewonnen, Silber und Bronze bei Europameisterschaften geholt, eine Silbermedaille bei Weltmeisterschaften und sogar Bronze bei Olympia- .


Einfach machen

Wie schafft es Ingrid Turkovi´c-Wendl, ihre hervorragende Figur so perfekt zu halten und sich regelmäßig zu Bewegung zu moti- vieren? „Überwinden muss man sich schon“, sagt sie. Und: „Man muss es einfach machen.“ Schon als Kind hatte sie Probleme mit der Wirbelsäule, da sei das Training ein wahrer Segen gewesen, weil sie so ein starkes Muskelgerüst aufbauen konnte, das sich auch heute noch rasch aktivieren lässt. Sie liebt es einfach zu spüren, dass ihr Körper voll Spannkraft ist. In Wien lebend, geht sie dafür immer wieder zum Kieser-Training, einem Krafttraining an speziell für den Gesundheitssport ausgerichteten Ma- schinen. Oder sie holt sich eines der Sportland-Heftchen „Die täglichen 10“ hervor, in denen sie selbst Übungen für die ältere Generation vorzeigt, jedes Jahr mit einem anderen Schwerpunktthema. Ihr bester Tipp? „Ich fange immer mit meiner Liebling- sübung an. Und wenn ich dann spüre, wie gut es meinem Körper tut, bleibe ich dran und mache die nächste Übung und noch eine.“


In Bewegung bleiben

Kann sie verstehen, dass es anderen Menschen schwerfällt, sich zu motivieren? Natürlich. Aber es gebe wirklich immer etwas, was man tun kann zum Fitbleiben. „Wir haben auch Übungen fotografiert, die man im Sitzen machen kann, das geht sogar im Rollstuhl.“ Und kennt dann auch mit sich keine Gnade, falls sie nicht üben oder den Haushalt machen will: „Ich denk dann ei- nfach, schau, die Bauarbeiter müssen da draußen auch in der Kälte arbeiten. Und du hast es hier warm. Dann kannst du jetzt r- uhig ein bisschen putzen oder trainieren.

Und auch wenn man Schmerzen hat – die Ingrid Turkovic-Wendl natürlich auch kennt – müsse man in Bewegung kommen, ist das Rezept für ihre Jugendlichkeit. Nicht gegen den Schmerz und vor allem nicht, wenn es ein unbekannter Schmerz ist, damit gehe sie zum Arzt. Aber bei den bekannten Schmerzen, die die Jahre bringen, helfe Bewegung jedes Ma- l.


Einfach fit werden wollen

Ihrem Körper ist sie einfach nur dankbar. Nach dem Eiskunstsport als Amateurin hat sie zwölf Jahre lang in der Wiener und der US-Eisrevue gearbeitet, 400 Vorstellungen im Jahr. Harte körperliche und auch mentale Arbeit. Mit 30 hat sie die aktive Karriere beendet. Und war dann 30 Jahre lang beim ORF als Sprecherin und Sportkommentatorin tätig – ebenfalls ein Job, der viel Disz- iplin erfordert- .

Hierfür erhielt sie 1990 eine Romy als beliebteste Sportmoderatorin. Die geliebte Musik hat sie durch ihre Ehe mit dem Philhar- moniker-Fagottisten und Dirigenten Milan Turkovic im Alltag verankert.

Heute liebt Ingrid Turkovi´c-Wendl sanftere Körperarbeit. „Ich brauche ein Training, bei dem mir nicht jemand etwas vorgibt, so- ndern bei dem ich mitbestimmen kann.“ Und deshalb liebt sie die Anleitungen in den Heften mit ihren Trainingsbildern. Kraft, B- eweglichkeit, Ausdauer kann man hier gut üben. Und Koordination. „Da habe ich auch oft etwas zu lachen, denn nicht immer g- elingen mir diese Übungen auf Anhieb.


Riki Ritter-Börner

Geschmeidig strecken wie eine Katze !


Durch unseren ganzen Körper verlaufen Faszien-Bahnen. Nach langem Sitzen, gebückter Haltung und Stress kann unser kolla- genes Bindegewebe verkleben und sich verkürzen. Diese NaturalFlow®-Übung aktiviert und zieht in die Länge. Man kann die Übung täglich, nach langem Sitzen, der Gartenarbeit oder direkt nach dem Aufstehen einsetze- n.

1.Hüftbreiten Stand einnehmen.

2. Rechte Hand gestreckt zur Decke ziehen (Kopf folgt de- r

Bewegung, Finger spreizen), während der rechte Fuß fest

verankert am Boden bleibt- .

3. Die linke Seite, Fuß und Arm, knickt dabei leicht ein oder bleibt locker hängen- .

4. Körper in die Länge ziehen, Hohlkreuz vermeiden- .

5. 8x pro Seite dynamisch im Wechsel. Atem einfach fließen lassen.

„Die täglichen 10“ zum Bestellen


Heuer geht es in der Broschüre „Die täglichen 10“ um Übungen, die man ganz einfach zu Hause mit alltäglichen Gegenständen nachmachen kann- .

Bestellung: Sportland Niederösterreich, Christina Bauer,

Tel.: 02742/9000-19870 oder christina.bauer@

noe.co.at

Den Folder gibt es auch zum Download au- f

www.sportlandnoe.at

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 01/2019