Wertvolle Inhaltsstoffe


Ein Ei enthält etwa 12,8 Prozent hochwertiges Eiweiß, 11,3 Prozent Fett und nur 0,7 Prozent Kohlenhydrate. Außerdem sind die Vitamine A, D, K, B2, B6, B12, Fol- säure, Phosphor, Natrium, Kalium und Kalzium enthalten.

EIER

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Ei, Ei

Cholesterinbombe oder Nährstofflieferant:

Sind Eier gesund? Und wie viele darf man zu Ostern essen?

Dr. Jana Meix- ner, Medizinerin und wissen- schaftliche Mit- arbeiterin an der Donau-Uni- versität Krems

Laut Statistik Austria essen wir circa 230 Eier pro Jahr. Ist das bedenklich? Denn Eier enthalten doch reichlich Cholesterin – und ein hoher Cholesterinwert kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Daher sind Eier schon vor Jahrzehnten in Verruf geraten. Zu recht? „Andere Nahrungsbestandteile haben mehr Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel“, weiß die Medizi- nerin Dr. Jana Meixner. „Gesättigte Fette und künstlich gehärtete Öle sind wesentlich schlechter für den Cholesterinwert und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“

Vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch, Wurstwaren, Milch und Milchprodukten kommen reichlich gesättigte Fette vor. Hier spielen vor allem sogenannte Transfettsäuren eine Rolle, die bei der industriellen Härtung von Fetten entstehen. Viele Transfette findet man zum Beispiel in Pommes frites, Donuts und Plundergebäck. Gesund sind im Gegensatz dazu die un- gesättigten Fettsäuren, enthalten etwa in Fisch, Nüssen und pflanzlichen Ölen. „Tauschen Sie daher gesättigte gegen unge- sättigte Fette. Statt Fertiggerichten, Süßwaren, fettreicher Wurst oder fetten Milchprodukten wie etwa Schlagobers gehören pflanzliche Öle sowie Nüsse und Samen auf den Tisch“, empfiehlt Jana Meixner.

Doch die Nahrung allein macht die Höhe des Cholesterinspiegels nicht aus. Dieser wird auch von Alter, körperlicher Bewe- gung, Nikotin, Medikamenten und genetischen Faktoren beeinflusst. „Man hat es also auch selber in der Hand: Essen Sie weniger gesättigte und mehr ungesättigte Fette, reduzieren Sie Ihr Gewicht, machen Sie mehr Bewegung und verzichten Sie aufs Rauchen – das kann einen erhöhten Cholesterinwert wieder sinken lassen.“


Fünf Eier pro Woche

Jana Meixner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Donau-Universität Krems und kennt die aktuelle Studienlage rund ums Ei: „Alle Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei gesunden Menschen der Eierverzehr – zumindest im Rahmen von bis zu fünf Stück pro Woche – die Entwicklung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung nicht begünstigt.“ Und die gute Nachricht zu Ostern: Da dürfen es ruhig einmal mehr Eier sein. Mit einer Ausnahme: Diabetikerinnen und Diabetiker sollten wegen ihrer speziellen Stoffwechselsituation den Eierkonsum einschränken. Auch bei Kindern bis zum ersten Lebensjahr ist wegen der Gefahr von allergischen Reaktionen auf Eiklar Vorsicht geboten.

Eier sollten grundsätzlich gut durchgegart werden, um eine Salmonelleninfektion zu vermeiden. Und roh verzehren sollte man nur frische Eier. Wichtig ist auch darauf zu achten, woher die Eier kommen. Am besten greift man zu Bio-Produkten. Jana Meixner färbt ihre Ostereier selber, verrät sie: „Kocht man die Eier mit roten Zwiebelschalen, bekommen sie eine schö- ne rostbraune Farbe. Bindet man davor Gräser drauf, bekommen die Eier einen schönen Abdruck. Außerdem schmecken sie besser, wenn man weiß, woher sie kommen.“

Fazit: Die aktuelle wissenschaftliche Studienlage rehabilitiert das Ei – es hat mehr gesundheitliche Vorteile als Risiken. Sie dürfen zu Ostern daher ohne schlechtes Gewissen zugreifen.


Karin Schrammel

Cholesterin


Cholesterin hat lebenswichtige Aufgaben. Der fettähnliche Stoff wird für die Produktion einiger Stoffe im Körper benötigt, bei- spielsweise für Gallensäure, Hormone und Vitamin D. Er ist ein Bestandteil aller Zellen. Cholesterin wird unterschieden in LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) und HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein). Beide sind Trägerstoffe für Fett- säuren, Triglyceride – eine Art Blutfett – und fettlösliche Vitamine im Blut. Während LDL das in der Leber produzierte Chole- sterin zu den Geweben bringt, bringt HDL überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber, damit es über Galle und Darm zu Gallensäure umgewandelt und mit der Gallenflüssigkeit aus dem Körper ausgeschieden wird. Der HDL- Cholesterinwert sollte hoch sein und der LDL-Cholesterinwert niedrig.

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 04/2019