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Nutzen Sie eine kostenlose kriminalpolizeiliche Beratung: Polizei-Service- nummer 059133.

SICHERHEIT

Allein sicher leben

Immer mehr Menschen leben in Single- Haushalten. Sicherheit ist ein wichtiges Thema für sie – zu Hause wie auch wenn sie alleine unterwegs sind.

Es ist ein gesellschaftlicher Trend, der nicht zu übersehen ist: Immer mehr Menschen wollen oder müssen allein leben. Laut Eurostat is- t die Zahl der Single-Haushalte ohne Kinder in der EU im Jahr 2017 auf rund 34 Prozent gestiegen. 2010 lag sie noch bei 31 Prozent. Ös- terreich nahm 2017 mit knapp 37 Prozent die neunte Stelle unter den EU-Staaten ein. Die Gründe für den Single-Trend sind vielfältig und reichen vom expliziten Wunsch, allein leben zu wollen bis zum ungewollten Schicksal- .

Wer alleine lebt, kann zwar seine individuelle Freiheit genießen, doch das Single-Dasein hat auch Nachteile, von denen einer die oft man- gelnde Sicherheit ist. Wer kommt zu Hilfe, wenn man etwa stürzt? Was tut man, wenn unangemeldet fremde Personen vor der Haustür stehen? Wie schützt man sich, wenn man alleine unterwegs ist?


Basistipps

Experten empfehlen Alleinstehenden, sich ihren Wohnraum grundsätzlich in einer sicheren Umgebung zu suchen und es nicht offensich- tlich zu machen, dass man alleine lebt. Ein wichtiger Tipp dabei ist, am Türschild nur die Nummer oder den Familiennamen zu vermerken. Gut ist es, viel Licht innerhalb und außerhalb des Hauses einzuschalten und gegebenenfalls eine Zeitschaltuhr für die Beleuchtung zu i- nstallieren. Sichere Türen und Fenster sollten eine Selbstverständlichkeit für allein Lebende sein. Und gut sichtbar angebrachte Alarmanla- gen, Überwachungskameras und Bewegungsmelder sind eine weitere Möglichkeit, sich sicherer zu fühlen, denn die meisten Einbrecher meiden Häuser, die mit solchen Systemen ausgestattet sind. Nutzen Sie die Möglichkeit einer kostenlosen kriminalpolizeilichen Beratung. Die Beamten, die dann auch ins Haus kommen, informieren darüber, wie man sein Zuhause am wirkungsvollsten absichern kann. (Über die kriminalpolizeiliche Beratung können Sie sich unter der Polizei-Servicenummer 059133 informieren. )


Nachbarn & Fremde

Gute Nachbarschaftskontakte sind ein weiterer wichtiger Tipp, denn wenn man sich kennt, wissen die Nachbarn auch, ob etwas Ung- ewöhnliches in oder um das Haus passiert, können gegebenenfalls zu Hilfe kommen und reagieren bei Vorfällen oft schneller als bei unb- ekannten Mitbewohnern.

Apropos unbekannt: Lassen Sie keine unbekannten Personen in die Wohnung oder das Haus. Machen Sie an der Gegensprechanlage oder bei vorgelegter Haustürkette klar, dass Sie nicht öffnen und kündigen Sie bei weiterer Belästigung an, dass Sie die Polizei verständ- igen. Kommen Handwerker, Servicefachleute oder Vertreter von Behörden, scheuen Sie sich nicht, bei der betreffenden Firma oder Be- hörde telefonisch rückzufragen und lassen Sie sich dann den Ausweis bei vorgeschobener Türkette zeige- n.


Handys & Notrufsysteme

Schließlich ist es auch oft entscheidend für das Sicherheitsgefühl, dass Sie in Ihrem Zuhause jederzeit die Polizei, andere Einsatzkräfte oder Verwandte und Vertrauenspersonen verständigen können. Besonders Senioren wird hier dazu geraten, sich neben dem Festnetzte- lefon zumindest auch ein stets griffbereites Schnurlos- oder Mobiltelefon zuzulegen, mit dem man auch dann Hilfe anfordern kann, wenn man etwa gestürzt ist. Daneben gibt es Notrufsysteme, die unterschiedlich aussehen können. In den meisten Fällen handelt es sich dab- ei um einen Sender mit Notrufknopf, der als Armband oder Kette getragen werden kann. Sollte ein Notfall eintreten, kann man per Knopf- druck sofort um Hilfe rufen.


Sicherheit unterwegs

Handys und Notrufsysteme empfehlen sich auch, wenn man allein unterwegs ist – egal ob nachts auf der Straße oder etwa bei einer Wanderung in den Bergen. Wichtig ist, dass man im Notfall nicht erst nach Nummern suchen muss, sondern per Tastendruck schnell die wichtigste Anlaufstelle erreicht. Hier gilt grundsätzlich auch, dass man jedenfalls sichere Wege wählen sollte und im Fall, dass einem ein Weg zu riskant erscheint, möglichst eine belebtere Straße bzw. eine gut ausgeschilderte, sichere Route nehmen sollte, auch wenn das mit einem Umweg verbunden ist. Vor allem Frauen, die am Tag oder gar nachts in Gegenden unterwegs sind, in denen sie sich nicht s- icher fühlen, wird oft geraten, eine Freundin oder einen Freund anzurufen und sich „telefonisch begleiten“ zu lassen. Wichtig ist auch, sich Notrufnummern ins Handy einzuspeichern, die bei Bedarf sofort aufrufbar sind. Wenn man bzw. frau sich sicher ist, verfolgt zu werden, s- o ist das Verbleiben auf einer belebten Straße der erste wichtige Tipp. Versuchen Sie nicht, den Verfolger (in dunklen Gassen) abzuhän- gen, und wenn Sie bereits in der Nähe Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses sind, sperren Sie nicht die Haustüre auf, sondern gehen Sie weiter – am besten in das nächstgelegene Lokal – und verständigen Sie die Polizei oder gehen Sie direkt zur nächsten Polizeistation- .


Mobile Notrufsysteme

Besonders vorteilhaft für allein unterwegs Befindliche sind auch mobile Notrufsysteme, die ähnlich wie der Hausnotruf funktionieren. Auc- h hier trägt man einen mobilen Sender, der bei Knopfdruck sofort Alarm auslöst. Außerdem verfügen manche dieser Geräte über einen Sturzsensor, der automatisch Alarm schlägt, wenn der Träger stürzt, also etwa auch bei Ohnmacht oder eingeschränkter Beweglichkeit. Oft ist zudem ein GPS-Sender integriert, der eine exakte Ortung der Person, bei der der Notruf abgesetzt wurde, ermöglich- t.

Sorgen Sie für Ihre Sicherheit, wenn Sie allein leben oder allein unterwegs sind !


Gabriele Vasak

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 03/2019