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Grünes Glück

Zimmerpflanzen machen Wohnräume gemütlich und können helfen, die Luftqualität in der Heizperiode zu verbessern. Damit es Ihren Pflanzen gut geht, hat GESUND&LEBEN Tipps vom Experten eingeholt.

Martin Nentwich ist seit mehr als 25 Jahren Gartengestalter: „Für mich ist der Garten ein Ort, an dem ich mich rundum wohl fühle. Ein Ort, an dem ich die Seele baumeln lassen kann, Abstand vom Alltag gewinne und mei- ne Batterien

auftanke.“

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In der kalten Jahreszeit verbringen wir oft mehr als vier Fünftel des Tages in Räumen. Dann ist es besonders wichtig für unsere Gesundheit, dass die Luftqualität passt. Regelmäßig lüften hilft: Mehrmals am Tag für drei Minuten querlüften (also Durchzug er- zeugen) oder für fünf Minuten stoßlüften (Fenster weit auf) verbessert die Raumluft maßgeblich. Ein weiterer Faktor für gute Raumluft können Zimmerpflanzen sein. Sie sind sogar in der Lage, Schadstoffe zu binden. Doch dafür muss es den Pflanzen gut gehen. Sonst bekommen sie Schädlinge, sterben langsam vor sich hin, in der Topferde bildet sich Schimmel und statt grüner Pracht gibt es Mitleid erregende Pflanzenreste- .

GESUND&LEBEN fragt daher den Gartenexperten Martin Nentwich aus Herzogenburg, worauf man achten soll und was die größten Fehler sind, mit denen man seine grünen Lebensgefährten ruinieren kann- .


Pflanze zum Standort wählen

Idealerweise wählt man Pflanzen, die zum jeweiligen Platz im Raum optimal passen. Manche mögen viel Licht, manche brau- chen wenig. Im Fachgeschäft beraten erfahrene Expertinnen und Experten. Dazu gibt es noch weitere Aspekte: Direkte Sonne zum Beispiel kann ein Problem für Zimmerpflanzen sein, sie können einen „Sonnenbrand“ bekommen. Zugluft ist auch nicht für jede Pflanze bekömmlich.


Richtige Pflege entscheidend

Martin Nentwich kennt seine grünen Lieblinge genau. Er weiß: „Da die meisten Zimmerpflanzen aus einer tropischen Region stammen, bevorzugen sie einen hellen und warmen Standort, am besten mit hoher Luftfeuchtigkeit.“ Jede Pflanze hat einen an- deren Bedarf. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, doch das heißt nicht, dass Sie alle Blumentöpfe gleichmäßig bedenken sollten: „Dickblattgewächse wie beispielsweise Sanseverien brauchen wenig Wasser, da sie es in den Blättern speichern. Prüfen Sie, wie feucht die Erde im Topf noch ist.“ Die wenigsten Pflanzen mögen „nasse Füße“, betont Martin Nentwich: „Staunässe sollten Sie unbedingt vermeiden!“ Regelmäßiges Abstauben der Blätter durch Abduschen oder Abwischen lässt die Pflanzen aufatmen und verbessert die Raumluft- .


Partnerschaften

Welche Pflanzen stehen gern allein, und welche stehen lieber mit anderen zusammen? Da darf man ruhig mehrere Sorten in große Töpfe setzen, findet Martin Nentwich: „Die meisten Pflanzen haben nichts gegen Nachbarn. Außer vielleicht Azaleen, die- se sollte man nicht mit einer anderen Zimmerpflanze in ein Gefäß zusammensetzen, da Azaleen einen sauren Boden benötigen, den andere Zimmerpflanzen nicht vertragen.

Also, her mit dem Grünzeug – für Ihre Gesundheit! Nur einen Punkt gilt es noch zu beachten: Wer kleine Kinder hat, sollte man- che Pflanzen lieber außerhalb deren Reichweite stehen lassen, etwa den Philodendron. Denn er ist, wie einige andere beliebte Pflanzen, nicht zum Verzehr geeignet. Und kann damit neugierigen Kleinkindern zur gefährlichen Falle werden. Aber auch das weiß Ihre Gärtnerei und Ihre Floristin. Lassen Sie sich beraten!

Welche Pflanzen sind empfehlenswert und pflegeleicht?

-Echeverien (dickblättrige Sukkulente, die es nicht übel nimmt, wenn man das Gießen gelegentlich vergiss- t)

-Sansevieria (Bogenhanf)

-Philodendron (Baumfreund)

-Anthurien (Flamingoblume)

-Spathiphyllum (Einblatt)

-Clorophytum (Grünlilie)

-Epipremnum aureum (Efeutute)

-Aloe

Vorsicht – diese Pflanzen sind giftig und sollten daher nicht in Reichweite von Kindern stehen :

-Philodendron

-Epipremnum aureum

-Anthurien

-Weihnachtsstern

-Codiaeum variegatum

-Amaryllis

-Ficus-Arten

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 01/2019