Augenschutz für Gipfelstürmer
Wer hoch hinaus will –, egal ob beim Wandern, Skifahren, Snowboarden oder Schneeschuhwandern - benötigt neben der passenden Ausrüstung auch guten Schutz für die Augen. Denn in alpinen Regionen ist die UV-Strahlung deutlich intensiver als im Flachland. Im Winter reflektieren Schnee und Eis zusätzlich einen hohen Anteil des Lichts. Das bedeutet eine besondere Belastung für Hornhaut und Netzhaut. Eine Sonnen- oder Skibrille mit zuverlässigem UV-Filter schützt wirksam vor Blendung und langfristigen Schäden – und sorgt so für klare Sicht sowie ungetrübten Naturgenuss.
Belastung für die Augen
Andreas Stastny, Fachoptiker
Die Kraft der Sonne sollte man nicht unterschätzen – schon gar nicht in den Bergen. „Mit zunehmender Höhe steigt die Intensität der Sonnenstrahlung“, weiß Fachoptiker Andreas Stastny aus Innsbruck. Laut Global Solar UV-Index nimmt die UV-Strahlung pro 1.000 Meter um 10 bis 12 Prozent zu. Die Reflexion des Schnees kann die Gesamtbelastung noch verdoppeln. Diese Kombination führt dazu, dass Horn- und Netzhaut einer außergewöhnlich hohen Belastung ausgesetzt sind. Ungefiltert kann das unseren Augen großen Schaden zufügen. „Der UV-Schutz einer Sonnen- oder Skibrille sollte mindestens 400 nm betragen“, rät Stastny. Was viele nicht wissen: „Der UV-Schutzfilter ist unsichtbar. Das bedeutet, jedes Brillenglas kann damit versehen werden.“
Lösungen für Brillenträger
Auch Menschen mit Sehkorrektur müssen beim Berg‑ und Wintersport nicht auf wirksamen Schutz verzichten. Moderne Sport- und Skibrillen sind heute in vielfältigen, den Bedürfnissen angepassten Varianten erhältlich. Stastny: „Sogenannte Over‑The‑Glasses-Modelle (OTG) können bequem über der eigenen Alltagsbrille getragen werden. Alternativ ermöglichen spezielle Ski- oder Sportbrillen mit Clip‑in Systemen die Integration individueller Korrekturgläser.“ Entscheidend ist dabei eine präzise Anpassung, die optimalen Halt und verlässlichen UV-Schutz gewährleistet.
Ein Tipp des Meisteroptikers: „Beim Wintersport sollte am besten durchgehend eine Skibrille getragen werden. Denn ihr Material unterscheidet sich deutlich von herkömmlichen Sonnenbrillen. Sie sind aus thermoplastischen Mischungen hergestellt. Das macht diese Sportbrillen besonders strapazierfähig und robust.“ Minusgrade, Schläge und Stöße können ihnen nichts anhaben. Zudem bietet die geschlossene Form einer Skibrille einen vollständigen Schutz vor Wind, Kälte und Nässe. „Damit dieser Schutz optimal wirkt, sollte die Skibrille ideal an die individuelle Gesichtsform angepasst werden“, so Stastny.
Kontaktlinsen als Alternative
Für viele Outdoor- und Wintersportler sind Kontaktlinsen eine komfortable Alternative zur Brille. Sie bieten uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, beschlagen nicht und gewährleisten auch unter Helm, Haube oder Skibrille ein freies Sichtfeld. Moderne Materialien sorgen für eine gute Sauerstoffdurchlässigkeit und hohen Tragekomfort. In Kombination mit einer hochwertigen Sport- oder Skibrille mit UV-Schutz ergibt sich ein optimaler Rundumschutz für die Augen.
Text: Daniela Rittmannsberger-Kampel ⎪Fotos: iStock, Andras Stastny