Gerettete Lebensjahre
Nach einer Herz-OP, dem Einsetzen eines Stents, eines Herzschrittmachers oder Herzklappeneingriffen stellt sich für viele Betroffene die Frage: Bin ich jetzt wieder gesund?
Für Prim. Univ.-Doz. Dr. Sebastian Globits, ärztlicher Leiter des Herz-Kreislauf-Zentrums Groß Gerungs, ist die Antwort klar: „Behandelt – ja. Geheilt – nein. Die eigentliche Arbeit beginnt erst nach dem Ereignis.“ Grundsätzlich sollte nach nahezu allen Herzereignissen eine kardiologische Rehabilitation erfolgen – ebenso bei chronischen Herzerkrankungen wie Herzschwäche, stabilen Herzklappenfehlern oder Herzrhythmusstörungen. Dennoch nehmen viele Patientinnen und Patienten dieses Angebot nicht wahr. „Das ist ein großes Problem“, betont Globits. „Gerade in der Kardiologie fehlt oft der unmittelbare Leidensdruck. Man fühlt sich besser und glaubt, das Thema sei erledigt.“
Prim. Univ.-Doz. Dr. Sebastian Globits, ärztlicher Leiter des Herz-Kreislauf-Zentrums Groß Gerungs
SPITZE DES EISBERGS
Die dreiwöchige Herz-Rehabilitation basiert auf fünf Säulen: Bewegungstherapie mit Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining sowie gezielter Sturz prävention, medikamentöse Optimierung, psychologische Betreuung, umfassende Schulungen zu Risikofaktoren und Krankheitsverständnis sowie Diätologie. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen über Jahrzehnte durch Arteriosklerose – ein kardiales Ereignis ist nur die Spitze des Eisbergs“, erklärt Globits. In der Reha lernen Betroffene, die Ursachen aktiv zu beeinflussen. Dazu gehört eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit hochwertigen, regionalen Lebensmitteln, Kräutern und Gewürzen und wenig Salz. „Durch Lebensstiländerungen könnte man viele Medikamente und Folgeerkrankungen vermeiden“, betont Globits.
FOTOS: LORENZ GLOBITS, HERBERT BAUMGARTNER
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