Vom Garten auf den Teller

Der Sommer duftet nach Minze, schmeckt nach Basilikum und macht Lust auf frische Kräuter aus dem eigenen Garten. Sie verleihen Speisen und Getränken nicht nur ein besonderes Aroma, sondern stehen auch für einen bewussten Lebensstil mit mehr Genuss, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden.

Der Sommer steht für ein Lebensgefühl, das viele Menschen wieder neu entdecken: selbst anbauen, bewusst genießen und sich kleine Auszeiten schaffen. Der eigene Kräutergarten wird dabei zunehmend zum Herzstück eines modernen Lifestyles. „Der Garten wird zunehmend als Bereicherung verstanden – nicht nur als Ort zum Anschauen, sondern zum Nutzen, Erleben und Runterkommen“, sagt Oliver Kühn, Geschäftsführer der bellissa HAAS GmbH. „Kräuter spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie auf kleinem Raum unglaublich viel leisten – geschmacklich, gesundheitlich und auch ökologisch.“

 

Garteln auf kleinem Raum

Ob im Sommersalat, im selbst gemachten Erfrischungsgetränk oder als Tee – Kräuter verbinden gleich mehrere aktuelle Trends. Sie stehen für Selfcare und natürliche Gesundheit, denn viele Pflanzen werden traditionell zur Unterstützung des Wohlbefindens eingesetzt. So gilt Rosenwurz (Rhodiola) als Pflanze, die Energie, Konzentration und Ausdauer fördern kann, während Tulsi, das indische Basilikum, gerne als beruhigender Tee nach einem stressigen Tag getrunken wird. Gleichzeitig liegt es im Trend, Kräuter frisch zu ernten statt zu kaufen. Dank Micro-Gardening gelingt das auch auf kleinem Raum, etwa auf Balkon oder Terrasse. Blühende Kräuter fördern zudem die Biodiversität, da sie Bienen und anderen Insekten Nahrung bieten und gleichzeitig helfen können, Schädlinge fernzuhalten. 

Besonders beliebt ist derzeit die Kräuterspirale. Sie schafft auf kleiner Fläche unterschiedliche Klimazonen – von trocken und sonnig bis feucht und nährstoffreich – und bietet damit verschiedenen Kräutern optimale Wachstumsbedingungen. „Die Kräuterspirale ist im Grunde ein kleines, funktionierendes Ökosystem – und genau das passt perfekt in unsere Zeit“, sagt Kühn. Vorgefertigte Systeme lassen sich dabei einfach aufbauen und ermöglichen auch auf wenig Platz einen vielseitigen Kräutergarten. Wer seinen Kräutergarten erweitern möchte, kann ihn mit Hochbeeten, vertikalen Pflanzsystemen oder Rankhilfen kombinieren. So finden neben Kräutern auch Gemüse, essbare Blüten oder Beeren wie Himbeeren, Johannisbeeren und Brombeeren Platz.

 

Kräuter mit Wirkung

Neben Klassikern wie Basilikum, Rosmarin und Minze rücken immer mehr besondere Kräuter in den Fokus. Zitronenmelisse eignet sich hervorragend für erfrischende Getränke und wird traditionell wegen ihrer beruhigenden Wirkung geschätzt. Thai-Basilikum bringt neue Aromen in die Küche, Ananassalbei überrascht mit fruchtigem Geschmack, Kapuzinerkresse liefert essbare Blüten mit angenehmer Schärfe und Lavendel bereichert sowohl Desserts als auch Getränke. Frische Kräuter laden außerdem dazu ein, kleine Genussmomente in den Alltag einzubauen. Ein Sommerdrink aus Zitronenmelisse, Zitronensaft, Honig, Wasser und Eiswürfeln ist schnell zubereitet und steht beispielhaft für einen bewussten Umgang mit natürlichen Zutaten. Ebenso lassen sich Minze, Basilikum oder Lavendel für erfrischende Getränke verwenden.

Viele Kräuter haben darüber hinaus eine lange Tradition als natürliche Hausmittel. Salbei wird bei Beschwerden im Hals- und Rachenraum geschätzt, Thymian kommt klassisch bei Erkältungen und Husten zum Einsatz, Minze kann die Verdauung unterstützen und Lavendel gilt als beruhigend und entspannend. Gleichzeitig leisten blühende Kräuter einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und machen Garten oder Balkon zu einem lebendigen Lebensraum für Insekten. „Ein Kräutergarten ist heute viel mehr als nur ein Beet – er ist ein Stück Lebensqualität“, fasst Oliver Kühn zusammen. Damit wird der eigene Garten oder Balkon zu einem Ort, der Genuss, Natur und Wohlbefinden auf einfache Weise miteinander verbindet.


Text: Daniela Rittmannsberger-Kampel⎪Foto: iStock_Eva-Katalin

 

Hier NEWSLETTER bestellen

〰️

Hier NEWSLETTER bestellen 〰️

Weiter
Weiter

Welcher Muskel im Körper ist – bezogen auf seine Größe – der stärkste?