Bestens versorgt

Niederösterreich arbeitet an einem Gesundheitssystem, das nicht nur aktuellen Herausforderungen standhält, sondern auch langfristig zukunftsfit ist – um die beste Versorgung und Betreuung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Damit alle Menschen auch in Zukunft optimal versorgt werden, müssen medizinische und pflegerische Strukturen an den gesellschaftlichen Wandel angepasst werden. Einzelne Regionen in Nieder­österreich werden bis zum Jahr 2040 einen deutlichen Bevölkerungsrückgang, andere wiederum ein Bevölkerungswachstum verzeichnen. Eine zusätzliche Belastung stellt die deutlich alternde Bevölkerung dar. Bis 2040 wird eine halbe Million Menschen in Niederösterreich über 65 Jahre alt sein – das ist knapp jede und jeder Dritte. Die Zahl der über 85-Jährigen wird sich in den nächsten 25 Jahren mehr als verdoppeln. Gleichzeitig gehen die Geburten stark zurück und befinden sich auf einem Tiefstand. Ebenso ändert sich die Art der Behandlung und Pflege von stationärer zu ambulanter Versorgung. Darüber hinaus wird der Einsatz neuer Behandlungsmethoden (z. B. Telemedizin) zunehmen. Auch die begrenzten Ressourcen im Personalbereich sind ein großes Thema: Es gilt, die Behandlungsqualität für die Zukunft abzusichern und weiterhin die bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung zu garantieren. Um das zu schaffen, muss man einerseits eine effiziente Leistungsbündelung gewährleisten und andererseits Maßnahmen in der Vorsorge setzen, um das Gesundheitssystem nachhaltig in hoher Qualität abzusichern. Dafür hat Niederösterreich den Gesundheitsplan 2040+ erarbeitet – von Expertinnen und Experten entwickelt und von allen Regierungsparteien einstimmig auf den Weg gebracht.

Langfristiger Fahrplan

Vor über einem Jahr wurde der Gesundheitsplan 2040+ präsentiert – ein langfristiger Fahrplan für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Niederösterreich. Bereits im ersten Jahr wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die unmittelbare Vorteile für Patientinnen und Patienten bringen. In Zeiten knapper werdender personeller Ressourcen, einem zunehmenden Bedarf an individualisierter Medizin und an Fachexpertinnen und -experten sowie dank des medizinischen Fortschritts ist es notwendig, vorhandene Strukturen zu überdenken und wo nötig anzupassen. Durch die Bündelung von Leistungen, wie etwa im Bereich der Geburtshilfe, werden trotz Fachkräftemangel und sinkenden Fallzahlen die Versorgungsqualität erhöht und höchste Fachexpertise geboten. Nicht jedes Haus muss und kann alle Leistungen anbieten – aber innerhalb der Region sind alle Leistungen verfügbar. Sämtliche Standorte entwickeln klar definierte medizinische Schwerpunkte und sind eine wesentliche Grundlage für Qualität und Versorgungssicherheit in der Region. Schwerpunkt- und Akutleistungen werden regional abgestimmt ausgebaut. Davon profitieren nicht nur Patientinnen und Patienten, für die die Versorgungsqualität langfristig gesichert wird, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – durch eingespielte Abläufe und Sicherheit, durch Routine sowie eine verbesserte Aus- und Weiterbildung. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über einige Schwerpunkte und Maßnahmen des Gesundheitsplans, die bereits umgesetzt wurden beziehungsweise noch umgesetzt werden.

 

Die Ziele des Gesundheitsplans 2040+

  • Versorgungssicherheit in allen Regionen des Landes

  • Rund um die Uhr Notfallversorgung an jedem Ort und zu jedem Wetter

  • Höchste Versorgungsqualität für alle Menschen in Niederösterreich

 

AKUTGERIATRIE – REMOBILISATION

Die Gesellschaft wird immer älter – das ist zwar gut so, aber die Gesundheitsversorgung muss dementsprechend vorbereitet werden. Der Bedarf an medizinischen Leistungen ändert sich: Ältere Menschen brauchen gezielte Therapien, um gesundheitlichen Einschränkungen im Alltag entgegenzuwirken – und das wohnortnah. Deshalb liegt ein Schwerpunkt auf dem Ausbau der Akutgeriatrie und Remobilisation. An diesen hochspezialisierten Einheiten werden Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren versorgt, deren Selbständigkeit, Mobilität und Allgemeinzustand eingeschränkt sind, etwa nach einer Krankheit oder Operation. Ein interdisziplinäres Team sorgt für eine optimale Versorgung und unterstützt ältere Patientinnen und Patienten dabei, nach schweren Erkrankungen, Operationen oder Stürzen wieder ein selbstständiges Leben zu führen. Ziel ist nicht nur die Heilung, sondern die Wiederherstellung von Mobilität, Selbständigkeit und Lebensqualität.

Vorreiter war die Akutgeriatrie im Landesklinikum Waidhofen/Thaya. Im vergangenen Jahr wurden an vier weiteren Klinikstandorten (Melk, Mödling, Klosterneuburg und Stockerau) Angebote geschaffen. Weitere Akutgeriatrien sind in Planung.

Akutgeriatrie und Remobilisation: Am Programm stehen Einzel- und Gruppentherapien mit diversen Übungen zu Koordination, Kraft und Ausdauer.

 

AUSBAU DER TAGESKLINIKEN

Im Rahmen des Projektes „HNÖ hilft“ wurden bereits rund 180 Patientinnen und Patienten am Standort Klosterneuburg operiert: (v.l.) DGKP Murat Altuntas (Leiter des OP-Managements), DGKP Monika Wurzl (stv. Stationsleitung Tagesklinik), DGKP Alexandra Finster (Stationsleitung Tagesklinik), HNO-Facharzt und Operateur Dr. Hannes Brandt und Prim. Prof. PD Dr. Andreas Duma (Abteilungsleiter Anästhesie und Intensivmedizin)

Ein weiterer zentraler Schwerpunkt ist der Ausbau tagesklinischer und ambulanter Eingriffe. Tagesklinische Eingriffe ermöglichen eine spezialisierte Behandlung ohne längeren Krankenhausaufenthalt. Sie verkürzen Wartezeiten und entlasten stationäre Einrichtungen. Allein im Jahr 2025 wurden über 44.000 solcher Eingriffe in den NÖ Kliniken durchgeführt; am häufigsten Katarakt-Eingriffe (mit über 20.000 Eingriffen), gefolgt von Curettagen (knapp 4.000 Eingriffe), Karpaltunnelsyndrom oder Gelenkspiegelung mit je zirka 2.300 Eingriffen. An Standorten wie Zwettl oder Waidhofen/Thaya erfolgen bereits rund 50 Prozent der Operationen tagesklinisch.

Durch die Bündelung der Geburtshilfe vom Landesklinikum Klosterneuburg ins Universitätsklinikum Tulln wurde eine neue Möglichkeit für tagesklinische Eingriffe im HNO-Bereich für Kinder geschaffen. Im Rahmen des Projekts „HNÖ hilft“ wurden bereits rund 180 Kinder operiert. Auch in Zukunft soll dieses Projekt weitergeführt und die Wartezeiten auf Operationen im HNO-Bereich für Kinder reduziert werden. Das Programm läuft weiterhin erfolgreich.

Die interdisziplinäre Tagesklinik am Standort Holla­brunn deckt aktuell die Fachbereiche Chirurgie, Gynäkologie sowie Orthopädie und Traumatologie ab, eine Erweiterung um Urologie ist geplant. Während in der Tagesklinik vor allem kleinere Eingriffe durchgeführt werden, übernimmt die Wochenklinik auch komplexere Operationen, etwa bei Hernien oder im gynäkologischen Bereich.

Das Universitätsklinikum St. Pölten bleibt weiterhin als Zentralklinikum ein starkes Rückgrat der Gesundheitsversorgung für ganz Niederösterreich. Hier wurde eine Klinische Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin aufgebaut. Sie umfasst zwei Stationen sowie eine Tagesklinik.

Die interdisziplinäre Tages- und Wochenklinik am Standort Hollabrunn wird neu ausgerichtet.

Am Bild: OA Dr. Wolfgang Winter, DGKP Ernestine Petz (Stationsleitung Tages- und Wochenklinik) mit Landesrat Anton Kasser (v.l.)

 

HERZMOBIL NÖ + EVA

Ebenfalls auf die veränderten Bedürfnisse unserer Zeit geht das Pilotprojekt „HerzMobil NÖ“ ein, das die Nachsorge für Menschen mit Herzinsuffizienz verbessert. Eine engmaschige Betreuung nach der Entlassung hilft, Komplikationen früh zu erkennen, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und die Lebensqualität nachhaltig zu steigern. Kernstück des Programms ist ein strukturiertes Home-Monitoring über ein Mobiltelefon. Das zukunftsweisende Versorgungsmodell läuft – nach dem Projektstart im Universitätsklinikum Wiener Neustadt – nun auch im Landesklinikum Mödling. In weiterer Folge ist die schrittweise Ausrollung auf ganz Niederösterreich geplant.

Neue organisatorische Lösungen zeigen auch im Landesklinikum Baden Wirkung: Die Erstversorgungsambulanz (EVA) bietet eine rasche medizinische Ersteinschätzung außerhalb der Ordinationszeiten und entlastet gleichzeitig Notaufnahmen. Das Projekt hat im April 2025 als Pilot gestartet und wird begleitend evaluiert. Derartige innovative Versorgungskonzepte tragen wesentlich zur Verbesserung der medizinischen Betreuung bei.

Weitere Neuerungen in der Thermenregion: Am Standort Baden entsteht eine Gefäßchirurgie. Die Abteilung für Neurologie wird vergrößert und von Mödling nach Baden wechseln. Damit können Synergien bestmöglich genützt werden. Der Standort Baden konzentriert sich somit auf die chirurgische Akutversorgung, während gleichzeitig die Urologie nach Mödling wechselt, wo bereits Kinder urologisch versorgt werden sowie die Gynäkologie und Geburtshilfe verortet sind.

ROBOTERASSISTIERTE CHIRURGIE

Ein Schwerpunkt liegt im Ausbau der roboter­assistierten Chirurgie. An den Universitätskliniken Wiener Neustadt und St. Pölten sind OP-Roboter bereits erfolgreich im Einsatz. Seit der Einführung wurden über 5.000 Operationen damit durchgeführt. Nun wird ein weiterer Schritt gesetzt, um hochmoderne und bestmögliche Behandlungsmethoden verstärkt in die Regionen zu bringen. Auch im Universitätsklinikum Krems ist seit heuer ein OP-Roboter im Einsatz – ein wichtiger Meilenstein, der die medizinische Versorgung im Land stärkt und zugleich der Startschuss für einen Vollausbau in allen Regionen markiert. Im Landesklinikum Zwettl wird eine innovative Technologie in der Kniechirurgie für eine Pilotphase eingesetzt: das robotergestützte System „ROSA“ (Robotic Surgical Assistant). Dabei handelt es sich um einen sogenannten Co-Roboter, der die Operateurinnen und Operateure aktiv unterstützt, ohne deren Kontrolle zu ersetzen. Seit dem Start im März wurden über 50 Eingriffe durchgeführt. In einem weiteren Schritt werden zusätzliche Standorte, darunter Mistelbach, Horn, Baden-Mödling und Amstetten, mit roboterassistierter Chirurgie ausgestattet.


ONKOLOGISCHE EXPERTISE

Der Gesundheitsplan sieht eine Zusammenführung von Kompetenzen vor. Die niederösterreichischen Kliniken haben sich im vergangenen Jahrzehnt einen in Fachkreisen anerkannten Ruf in der Krebsbehandlung aufgebaut. Neben großen Innovationen in der onkologischen Therapie ist das Wissen der Expertinnen und Experten ein wesentlicher Baustein für diesen erfolgreichen Weg. Ein wichtiger Meilenstein war der Start des ersten zentralen Tumorboards für Hämatoonkologie an den Klinikstandorten Krems, St. Pölten und Wiener Neustadt. Seit Oktober 2025 wird das Modell schrittweise umgesetzt und seit Anfang 2026 nehmen alle NÖ Kliniken, die onkologische Patientinnen und Patienten behandeln, daran teil. Rund 800 Patientinnen und Patienten konnten seit August von den Vorteilen dieses Experten-Netzwerks profitieren. Das Rückgrat des Erfolgs bildet das klinikübergreifende Onkologie-Informationssystem, das allen Beteiligten zur Verfügung steht und eine nahtlose Zusammenarbeit ermöglicht. Zusätzlich wird in der Thermenregion die onkologische Versorgung ausgebaut. Im Landesklinikum Baden wird seit Anfang des Jahres die Onkologische Ambulanz vom Team der Inneren Medizin III – Hämatologie und internistische Onkologie des Universitätsklinikums Wiener Neustadt betreut. Ziel ist es, Spezialisierung und medizinische Expertise zu stärken und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe Behandlung zu ermöglichen.

Mit dem Ausbau der Strahlentherapie und der Erweiterung der Linearbeschleuniger von aktuell drei auf fünf am Universitätsklinikum Krems wird ein weiterer Schritt zur Sicherstellung einer modernen, wohnortnahen onkologischen Versorgung gesetzt.


BESSER VERNETZT

Schwangere werden in allen Regionen Niederösterreichs bestens betreut.

Eine weitere Maßnahme ist die Vernetzung einiger Klinikstandorte, wie sie in einigen Regionen seit Jahren gelebt wird. Im Waldviertel gibt es bereits seit dem Jahr 2000 eine Kooperation zwischen den Kliniken Horn-Allentsteig und auch in der Thermenregion arbeiten die Standorte Baden-Mödling eng zusammen. Diese Vernetzung bringt viele Vorteile mit sich: Spezialisierungen werden auf die Standorte verteilt, es gibt keine Doppelstrukturen, Abteilungen werden standortübergreifend geführt. Ärztliche, pflegerische und administrative Teams arbeiten zusammen, was wiederum die Expertise stärkt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich spezialisieren und sichern Arbeitsprozesse durch höhere Fallzahlen. Durch Verbände wird Expertise gebündelt, Qualität gesichert und werden zukunftsfitte Strukturen geschaffen. Seit Anfang 2026 arbeiten weitere Kliniken im Verband.

In der Region Mitte agieren die Kliniken Tulln und Klosterneuburg als ein Verband. Dadurch entsteht ein erweitertes medizinisches Leistungsangebot. Tulln übernimmt regionale Schwerpunktfunktionen, darunter die bereits umgesetzte Bündelung von Geburtshilfe sowie Schwerpunkte in Anästhesie und Innerer Medizin; zudem ist eine pädiatrische Überwachungsstation geplant. Klosterneuburg entwickelt sich zur Klinik mit Sonderfunktionen, darunter Akutgeriatrie und Remobilisation; tagesklinische Leistungen sowie Notfall- und Erstversorgung bleiben in Klosterneuburg.

Auch im Bereich der Orthopädie werden die Angebote besser vernetzt.

In der Thermenregion treten die Universitätskliniken Wiener Neustadt und Hochegg als gemeinsamer Klinikverband auf. Auf diese Weise wird medizinisches Wissen aus Hochegg und Wiener Neustadt vereint, etwa durch die Bündelung der akuten Pulmologie in Wiener Neustadt. Am Standort Hochegg bleibt das Zentrum für neurologische Frührehabilitation wesentlicher Bestandteil der Versorgung in der Thermenregion.

Im Weinviertel bilden die Kliniken Stockerau, Korneuburg und Hollabrunn einen gemeinsamen Verband. Die Zusammenführung verbessert die Planbarkeit klinischer Abläufe, setzt fachliche Impulse und stärkt das medizinische und pflegerische Angebot nachhaltig. Zusätzlich zum Vorteil der Synergienutzung in vielen Bereichen wird die fachärztliche Ressource nachhaltig gestärkt sowie die damit einhergehende Versorgungsqualität sichergestellt.

Auch die Kliniken Melk und Krems arbeiten enger zusammen. Die Gynäkologie und Geburtshilfe wird in Krems gebündelt und die Endometriose-Expertise aus Melk wird in Krems weitergeführt und weiter ausgebaut. Schlafmedizin, Innere Medizin, Wundmanagement, Erstversorgung und Medinklusions-Ambulanz bleiben in Melk.




GEZIELTER AUSBAU

Auch für das Mostviertel bedeutet der Gesundheitsplan 2040+ eine klare Stärkung bestehender Klinikstandorte, eine Bündelung medizinischer Schwerpunkte sowie den gezielten Ausbau zukunftsweisender Versorgungsangebote. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Landesklinikum Melk, das eine bedeutende Rolle in der tagesklinischen Versorgung und in der Altersmedizin einnimmt. Amstetten wird als Schwerpunktkrankenhaus mit Herzkatheterlabor und robotisch-assistierter Chirurgie gestärkt, das Landesklinikum Waidhofen/Ybbs bleibt ein zentraler Standort der Grund- und Akutversorgung mit Ausbau der Altersmedizin. Das Klinikum Mauer behält seine Sonderfunktion im Bereich Psychiatrie und psychosoziale Medizin. Die Kliniken Waidhofen/Ybbs und Amstetten werden künftig gemeinsam geführt – mit dem Ziel, die Standorte zu stärken, medizinische Schwerpunkte zu bündeln und das Angebot für die Menschen in der Region auszubauen. Die Erst- und Notfallversorgung bleiben am Standort Waidhofen gesichert; auch die Augenheilkunde wird ausgebaut. Es ist mit einer Steigerung der Eingriffe von derzeit 1.700 auf zukünftig 2.500 im Jahr zu rechnen. Der Aufbau der urologischen Abteilung erfolgt am Landesklinikum Amstetten. Dort sind unter anderem hochkomplexe roboterassistierte Eingriffe vorgesehen. Elektive Leistungen werden weiterhin in Waidhofen/Ybbs erbracht. Wie in allen Regionen ist auch hier das Ziel, eine abgestufte, wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten.

NEUE STRUKTUR

Im Weinviertel entsteht eine neue Versorgungsstruktur, die den Anforderungen der demografischen Entwicklungen in der Region gerecht wird. Es handelt sich um ein Generationenprojekt: Die Dauer bis zur Fertigstellung liegt zwischen zehn und 15 Jahren. Bis dahin bleiben die bestehenden Strukturen wie gewohnt erhalten. Die Gesundheitsregion Weinviertel umfasst im Jahr 2040 spezialisierte klinische Leistungen in den zwei Schwerpunktkliniken Weinviertel Nord in Mistelbach und im Klinikum Weinviertel Süd, das in Stockerau errichtet wird. In Ambulatorien werden fachärztliche Leistungen sowie tagesklinische Operationen in verschiedenen Disziplinen angeboten.
Ein Ambulatorium wird in Hollabrunn entstehen und fachärztliche Leistungen anbieten; auch in Gänserndorf ist ein Ambulatorium in Planung. Zusätzlich zu den bestehenden Pflege- und Betreuungszentren wird ein Gesundheits- und Pflegecampus in Hollabrunn mit 290 Betten errichtet, der mit seiner Größe und Leistungsbreite einzigartig in ganz Österreich ist. Neben der Gesundheits- und Krankenpflegeschule und FH-Studienplätzen in Mistelbach entsteht ein neuer Ausbildungscampus in Korneuburg.

VERSORGUNG GESICHERT

Beim Spatenstich für das Ausweichquartier des Landesklinikums Horn: (v.l.) Gregor Dober (Amt der NÖ Landesregierung), Dr. Andreas Reifschneider (GF Gesundheit Waldviertel GmbH), Mag. jur. Dr. med. Elisabeth Bräutigam, MBA (Vorständin NÖ Landesgesundheitsagentur), Landesrat Anton Kasser, Pflegedirektorin Mag. Elisabeth Klang, Kaufmännischer Direktor Mag. Franz Huber, stv. Ärztlicher Direktor Dr. Helmut Bäck und LAbg. Franz Linsbauer

Mit dem Spatenstich beim Landesklinikum Horn starteten die Veränderungen im Waldviertel. Der Standort ist seit 1993 in Betrieb und bedarf einer Generalsanierung. Es wird ein Ausweichquartier in Holzbauweise geschaffen, das Bestand hat – ein Zentrum der Urologie und damit Platz für eine gesamte Station. Auch andere Bereiche brauchen eine infrastrukturelle Erneuerung. Geplant ist ein PET-CT, ein Großgerät, das besonders für die onkologische Diagnostik essenziell ist. Die Urologie wird von Waidhofen/Thaya übersiedeln und in Horn gebündelt. In Zwettl werden zwei Eingriffsräume errichtet. Tageschirurgische Eingriffe werden von dort ausgelagert, dafür chirurgische Eingriffe in Zwettl fokussiert. In Allentsteig wird in die Infrastruktur investiert.

Auch das finale Leistungsspektrum der Gesundheitsklinik Gmünd wurde präsentiert. Eine durchgehende Erstversorgung steht zur Verfügung, ergänzt durch eine allgemeinmedizinische und fachärztliche Versorgung. Zudem wird der Notarztstützpunkt mitsamt Hubschrauberlandeplatz zukünftig am Standort verortet. Gmünd wird mit tagesambulanten Eingriffen in den Fächern Chirurgie, Augenheilkunde und Orthopädie/Traumatologie das tagesambulante Zentrum des Waldviertels. Ergänzt wird die neue Klinik durch ein Radiologiezentrum und ein Chronikerzentrum. Es ist das erste Ambulatorium österreichweit, in dem die NÖ Landesgesundheitsagentur und die Österreichische Gesundheitskasse ein gemeinsames Angebot stellen. Das Landesklinikum Gmünd wird erst dann ersetzt, wenn die neue Gesundheitsklinik in Betrieb ist und die medizinische Versorgung für die Menschen in der Region gesichert bleibt.

Schritt für Schritt

Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse (IfDD) zeigt deutlich, wie stark die Unterstützung ist: 82 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher halten die Maßnahmen für dringend oder eher notwendig. Rund zwei Drittel wollen, dass die Empfehlungen der Expertinnen und Experten konsequent umgesetzt werden. 90 Prozent sagen, dass sie lieber ambulant als stationär behandelt werden wollen, wenn es medizinisch möglich ist und 89 Prozent möchten lieber in einem Klinikum mit spezialisierten Expertinnen und Experten operiert werden, auch wenn sie bis zu 30 Minuten länger fahren müssten. Sie wollen die beste, nicht die nächstmögliche Versorgung.

Der Gesundheitsplan wird Schritt für Schritt realisiert. Die Maßnahmen tragen dazu bei, die Versorgung moderner, koordinierter und patientenorientierter zu gestalten. Die nächsten Projekte stehen bereits auf dem Plan.

GESUND & LEBEN hält Sie auf dem Laufenden.


Gesundheitslandschaft NÖ

Der Gesundheitsplan sieht ein dichtes Versorgungsnetz vor, das optimal auf die aktuellen Bedürfnisse jeder Region eingeht. In jeder Region werden auch in Zukunft nahezu alle medizinischen Leistungen angeboten. Das Netz umfasst Primärversorgungs- und Facharztzentren, Kliniken mit verschiedenen Größen und Spezialisierungen, Notarztstandorte, Rettungswägen, Helikopterstandorte und -landeplätze, Community Nurses, Herzkatheterlabors und Stroke Units.

Detaillierte Informationen finden Sie unter gesundheitsplan-noe.at


Ein Jahr Gesundheitsplan – die ersten Erfolge   

  • BESSERE ZUSAMMENARBEIT der Standorte durch Schaffung von Klinikverbänden:

    • Klinikverband Wiener Neustadt-Hochegg

    • Klinikverband Korneuburg-Stockerau-Hollabrunn

    • Klinikverband Tulln-Klosterneuburg

  • VERSORGUNGSQUALITÄT durch Bündelung von Leistungen erhöht:

    • Bündelung der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Tulln

    • Bündelung der Geburtshilfe am Landesklinikum Korneuburg

  • ONKOLOGISCHE VERSORGUNG VERBESSERT

  • NOTAUFNAHME IM LANDESKLINIKUM BADEN durch neue Erstversorgungsambulanz entlastet

  • NEUE ANGEBOTE für Akutgeriatrie und Remobilisation geschaffen

  • WARTEZEITEN durch Projekt „HNÖ hilft“ reduziert

  • NACHSORGE für Menschen mit Herzinsuffizienz durch Pilotprojekt „HerzMobil“ verbessert


(v.l.) Landesamtsdirektor Werner Trock, Politikwissenschafter Peter Filzmaier, Elisabeth Bräutigam (Vorständin NÖ Landesgesundheitsagentur), Gerald Gartlehner, MPH (Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, UWK), Herwig Ostermann (GF Gesundheit Österreich GmbH) und Friedrich Faulhammer (Leiter der Zukunftsinitiative)

Worauf achten wir morgen?

Gesundheit zwischen Prävention und Spitzenmedizin

Die Gesundheitsversorgung in Niederösterreich steht vor einer vielversprechenden Zukunft. Medizinischer Fortschritt, innovative Versorgungskonzepte und eine konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen der Menschen schaffen die Grundlage dafür, dass Patientinnen und Patienten auch künftig auf eine hochwertige, wohnortnahe und verlässliche Gesundheitsversorgung vertrauen können. Wie diese Zukunft gestaltet wird und welche Chancen sich daraus für die Bevölkerung ergeben, stand im Mittelpunkt des zweiten Zukunftsgesprächs der Initiative „Mein Land denkt an morgen“, das im Landesklinikum Mauer stattfand. Unter dem Titel „Worauf achten wir morgen? Gesundheit zwischen Prävention und Spitzenmedizin“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medizin, Gesundheitswesen und Systemplanung gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern über die nächsten Entwicklungsschritte eines modernen Gesundheitssystems. Im Fokus standen dabei die großen Stärken der Gesundheitsversorgung von morgen: eine noch stärkere Prävention, moderne Behandlungsmöglichkeiten, die Bündelung medizinischer Spitzenkompetenz sowie neue Versorgungsmodelle, die den Menschen genau dort die richtige Unterstützung bieten, wo sie benötigt wird. Nach der Begrüßung durch Primar Dr. Christian Korbel, Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Mauer, gab Univ.-Prof. Peter Filzmaier Einblicke in die Ergebnisse aktueller Befragungen der Zukunftsinitiative. In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten LGA-Vorständin Mag. jur. Dr. med. Elisabeth Bräutigam, MBA, Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Universität für Weiterbildung Krems, sowie ao. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, Gesundheitsversorgung und Systemplanung noch stärker miteinander verbunden werden können. In einer anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die demografische Entwicklung, der medizinische Fortschritt, der Personalbedarf und die steigenden Erwartungen an Erreichbarkeit und Qualität zentrale Herausforderungen für die kommenden Jahre darstellen. Die Ergebnisse aus der Diskussion, den Publikumsrückmeldungen und den wissenschaftlichen Analysen fließen in die weitere Arbeit der Initiative „Mein Land denkt an morgen“ ein.


Fotos: iStock_opolja, Asel Makarova, istock_Vladimir Kononok; beigestellt, istock_skynesher; Philipp Monihart, NLK Burchhart, iStock_Katarzyna Bialasiewicz; Franz Gleiß

 

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