Die Kraft der Natur

In Österreich gibt es zirka 150 natürliche ortsgebundene Heilvorkommen. Die Anwendung stellt die Grundlage der medizinischen Kur dar.

Die Anerkennung eines Heilvorkommens beruht auf gesetzlicher Grundlage und folgt weitgehend den Ergebnissen der balneologischen Forschung. Ein Überblick über einige natürliche Heilvorkommen und ihre therapeutische Wirkung.

Heil-Thermalwasser

Die Anwendung bestimmter Wässer für gezielte Bade- und Trinkkuren stellt eine bereits seit Jahrhunderten erprobte medizinische Tradition dar. Ein Wasser wird dann als Heilwasser anerkannt, wenn es über spezifische Inhaltsstoffe verfügt, die in ihrer Ergiebigkeit eine wissenschaftlich anerkannte Heilwirkung ausüben.

Thermalbäder oder Heilbäder

Thermalbäder (auch kurz Therme genannt) oder Heilbäder sind Bade­anlagen, deren mineralstoffhaltiges Wasser mit einer natürlichen Wassertemperatur von mindestens 20 Grad Celsius einer Thermalquelle entspringt. Dieses warme Quellwasser dringt meist aus einer Tiefe von mehreren tausend Metern an die Oberfläche. Das Thermalwasser wirkt entspannend auf die Muskulatur und lindert mit seinen mineralischen Bestandteilen chronische Erkrankungen der Gelenke, aber auch Rheuma oder Allergien. Die Bädertherapie, auch Balneotherapie genannt, umfasst die therapeutische Anwendung natürlicher Heilquellen, Heilgase und Peloide in Form von Bädern, Trinkkuren und Inhalationen.

Bäder:

Bei Bädern wird das Heil-Thermalwasser zu therapeutischen Zwecken genützt. Man unterscheidet zwischen Voll-, Sitz- und Teilbädern. Die Therapien umfassen Heilgymnastik in Bewegungsbecken und Unterwassermassagen. Das Spektrum der behandelten Indikationen ist umfangreich und umfasst unter anderem diverse Erkrankungen des Bewegungsapparates, Durchblutungsstörungen, Haut-
und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Trinkkur:

Bei der Trinkkur handelt es sich um die wiederholte Zufuhr eines Heilwassers über einen längeren Zeitraum. Trink­kuren haben eine schnelle Wirkung auf die Schleimhäute des Verdauungstraktes, wirken reinigend und entschlackend. Sie werden insbesondere bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, bei Stoffwechselerkrankungen und bei Diabetes
angewandt.

Inhalation:

Das Heilwasser wird durch spezielle Apparaturen zerstäubt. Dabei verteilen sich die Wassertröpfchen in der eingeatmeten Luft. Inhalationen haben insbesondere bei diversen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis eine positive Wirkung.

Peloide (Heilmoor, Heilschlamm, Heilerde)

Sie sind durch geologische und/oder biologische Vorgänge entstandene Gemische, die in der medizinischen Praxis als Bäder, Packungen oder Umschläge angewendet werden. Das Heilmoor eignet sich besonders bei diversen Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Kohlendioxid (CO2)

Eines der wenigen ortsgebundenen natürlichen Heilvorkommen, das nicht als im Wasser gelöster Inhaltsstoff, sondern auch als Heilgas angewendet wird. Die wesentlichste Wirkungsgrundlage von CO2 ist eine starke Erweiterung der Blutgefäße mit dem Effekt einer Verbesserung der Durchblutung und der Sauerstoffversorgung der Zellen, Gewebe und Organe. CO2-Anwendungen werden bei verschiedenen chronischen Störungen der Funktionen von Herz und Kreislauf eingesetzt.

Heilstollen/Radon

Die Therapie im Heilstollen kann als Form von Klimatherapie aufgefasst
werden. Kuren in Heilstollen bewähren sich bei bestimmten chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Bewegungs­apparates und der Atemwege. Radonwärmetherapie zeigt in vielen Fällen eine ausgeprägte Verbesserung im Krankheitsverlauf bei Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew).

Klimatherapie

Auch klimatische Faktoren werden als natürliche ortsgebundene Heilvorkommen anerkannt. Das Prädikat Heilklimatischer Kurort bzw. Luftkurort ist ein Gütesiegel für Kurorte, deren Klima therapeutisch wirksam ist. Für die staatliche Anerkennung sind landesrechtliche Vorschriften maßgebend. Ein heilklimatischer Kurort zeichnet sich durch ein besonderes Bioklima (Heil-, Reiz- und Schonklima) mit therapeutischer Heilkraft aus. Der Straßenverkehr zur Sicherung der Luftqualität ist auf ein Minimum beschränkt. Als Luftkurort darf ein Gebiet nur dann anerkannt werden, wenn es ortsgebundene klimatische Faktoren aufweist, welche die Erhaltung oder Wiedererlangung der Gesundheit fördern. Diese Kurorte zeichnen sich durch kontrollierte Luftqualität und besonderes Bioklima aus. Die wichtigsten Indikationen sind Erkrankungen der Atemwege, Erholungsbedürftigkeit, Burnout und Rekonvaleszenz etc.


Foto: iStock_deineka

 

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