Medizin trifft Tanz

Viele Jahre war Patrizia Melchert als Turniertänzerin aktiv. Heute arbeitet die Wienerin als Ärztin für Sport- und Tanzmedizin und betreut die österreichische Tanzspitze.

Patrizia Melchert kombiniert Medizin mit dem Tanzsport.

Die pinken Kleider der Tänzerinnen glitzern im Scheinwerferlicht, die Tänzer tragen schwarze Anzüge. Jede Bewegung sitzt, als die Tanzpaare verschiedene Formationen bilden. Mit Erfolg: Das österreichische Team erreicht zum dritten Mal in Folge den zweiten Platz bei der Weltmeisterschaft der Latein­formation in der Arena Nova in Wiener Neustadt. Im Publikum fiebert Patrizia Melchert die ganze Zeit gespannt mit. Die Medizinerin hat eine große Leidenschaft für das Tanzen – und verbindet beides: Die 38-Jährige betreut den österreichischen Tanzsportverband als Verbandsärztin und führt ihre eigene Ordination für Sport- und Tanzmedizin.

Das Tanzen begleitet Patrizia Melchert fast ihr ganzes Leben lang: Ihre Eltern sind im Tanzsport aktiv und melden ihre Tochter im Alter von vier Jahren im Verein an. Vier Jahre lang trainiert die Wienerin zweimal in der Woche und nimmt an Turnieren teil. Dann wechselt sie in den Bereich Musical/Jazzdance. Mit 15 Jahren beginnt Patrizia in der Tanzschule Elmayer und wird Teil der Show-Formation. Während Gesellschaftstanz für die breite Masse zugänglich ist, wird der Tanzsport über Vereine organisiert und kann auch als Leistungssport ausgeübt werden, erklärt sie. Letzteres wird für viele Jahre ein wichtiger Teil in Patrizias Leben: Im Alter von 16 bis 24 Jahren tanzt sie im Leistungsbereich. Sechsmal in der Woche wird für drei bis fünf Stunden trainiert. Anfangs geht Patrizia noch in die Schule, dann studiert sie parallel zum Leistungssport Medizin. Für ihre Diplomarbeit untersucht sie MRT-Befunde von Mittel- und Vorfüßen von 52 Tänzerinnen und Tänzern. Während sie ihre Diplomarbeit schreibt, pausiert sie mit dem Tanzsport – und erkennt, wie viel freie Zeit sie ohne den Leistungssport hat: „Meine Prioritäten haben sich einfach verändert.“ Mit 25 Jahren beendet Patrizia Melchert ihre Karriere im Tanzsport und widmet sich zunehmend der Tanzmedizin. 2011 schließt sie ihr Studium ab und macht die Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin. Eigentlich hat sie seit Beginn des Studiums den Plan, die Facharztausbildung im Bereich Orthopädie zu absolvieren. Doch als sie auf der Anästhesie im Landesklinikum Amstetten arbeitet, begeistert sie sich für dieses medizinische Fachgebiet. 2015 schließt die Medizinerin die Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin ab, 2022 die Facharztausbildung zur Anästhesistin. Das Tanzen begleitet sie parallel die ganze Zeit: Sie macht Ausbildungen in den Bereichen Sport- und Tanzmedizin und die Instruktorenausbildung im Bereich Latein- und Standardtanz. Und eröffnet schließlich in Wien ihre eigene Ordination für Sport-, Tanz- und Performing-Arts-Medizin (www.meddance.at).

WEITERLESEN im ePaper


Text: Daniela Rittmannsberger-Kampel⎪Foto: ZVG

 

Hier NEWSLETTER bestellen

〰️

Hier NEWSLETTER bestellen 〰️

Weiter
Weiter

Wandern im Winterwunderland