Spiel, Satz und Zukunft

Vom spielerischen Einstieg im Kindesalter bis zum ambitionierten Meisterschaftsbetrieb vereint Tennis Bewegung, Technik und mentale Stärke. Der Nachwuchs wird in vielen Vereinen gezielt gefördert, um die Zukunft des Tennissports nachhaltig zu sichern.

„Tennis fordert dich körperlich und mental. Genau das macht den Reiz aus!“ – Julian Baker

Nach dem Karriereende von Dominic Thiem hat sich der Fokus im österreichischen Tennis spürbar verschoben – und gleichzeitig neuer Schwung entwickelt. Vor allem junge Spielerinnen wie Lilli Tagger oder Anastasia Potapova stehen sinnbildlich für eine neue Generation, die dem Sport frische Aufmerksamkeit verleiht. Dieser Aufwind ist nicht nur im Spitzensport zu spüren, sondern auch an der Basis. Gerade im Breitensport zeigt sich die besondere Stärke dieser Sportart. Tennis fordert den gesamten Körper, stärkt Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit. Gleichzeitig ist es ein mentales Spiel, bei dem Konzentration, taktisches Verständnis und emotionale Kontrolle eine zentrale Rolle spielen. Diese Kombination macht Tennis zu einem idealen Ausgleich in einer zunehmend digitalen und schnelllebigen Welt.

Ein Verein, der diese Entwicklung aktiv vorantreibt, ist der UTC Mank. An der Spitze steht seit dem vergangenen Jahr Obmann Julian Baker, der selbst einen besonderen Zugang zum Tennissport hat. Nach ersten Erfahrungen in der Kindheit folgte eine jahrzehntelange Pause, bevor er während der Corona-Pandemie wieder zum Schläger griff. Der Wiedereinstieg gelang überraschend schnell – und entwickelte sich rasch zur Leidenschaft. „Tennis ist ein Sport, der Physis und Psyche kombiniert. Du musst dich ständig neu fokussieren und Lösungen finden – gerade in den entscheidenden Momenten“, beschreibt Baker die Faszination.

Julian Baker bringt neue Impulse in den Manker Tennisverein.


Nachwuchsarbeit als Basis des Vereins

Diese Begeisterung führte ihn Schritt für Schritt tiefer in den Verein. Aus ersten Kontakten entwickelte sich ein aktives Engagement, zunächst als Kassier, parallel dazu absolvierte er die Ausbildung zum Übungsleiter. Früh erkannte er dabei ein zentrales Entwicklungspotenzial: den Nachwuchsbereich. Mit gezielten Maßnahmen setzte er neue Impulse. Kinder- und Jugendkurse wurden aufgebaut, Kooperationen mit Schulen gestartet und Tennis direkt in den Unterricht gebracht. Ergänzt durch Online-Kommunikation und klassische Mundpropaganda entstand innerhalb kurzer Zeit eine neue Dynamik im Verein. Das Ergebnis ist deutlich sichtbar: Während es über viele Jahre kaum Nachwuchs gab, stehen heute zahlreiche Kinder auf dem Platz – viele davon bereits im Kindergartenalter im Rahmen von Ballschule und Mini-Tennis. Die Nachfrage nach Kursen ist inzwischen so groß, dass Angebote oft rasch ausgebucht sind. Der nächste logische Schritt ist daher der Aufbau von Trainerinnen und Trainern aus den eigenen Reihen. „Die Nachwuchsarbeit ist die Basis eines jeden Vereins“, ist Julian Baker überzeugt.

Seit seiner Wahl zum Obmann hat Baker gemeinsam mit einem neu formierten Vorstandsteam zusätzliche Struktur und Energie in den Verein gebracht. Die Zusammenarbeit funktioniert harmonisch, viele Projekte konnten bereits umgesetzt werden. Das reicht vom Ausbau des Kursangebots bis hin zur Weiterentwicklung der Infrastruktur. Die Anlage selbst ist ein wesentlicher Teil des Erfolgs. Eine ruhige, windgeschützte Lage, ein Allwetterplatz sowie Flutlicht ermöglichen ganzjähriges Spielen. Gleichzeitig versteht sich der UTC Mank bewusst als sozialer Treffpunkt. „Bei uns sollen sich alle wohlfühlen – von jung bis alt. Tennis ist wichtig, aber genauso das Miteinander“, so Baker.


Herausforderungen und Miteinander

Dieses Selbstverständnis zeigt sich auch im Vereinsleben abseits des Courts. Ganzjährig organisierte Veranstaltungen sorgen dafür, dass der Tennisplatz nicht nur Sportstätte, sondern auch Begegnungsraum ist. Wie viele Vereine steht jedoch auch der UTC Mank vor Herausforderungen. Die Organisation im Hintergrund ist zeitintensiv, und ehrenamtliches Engagement lässt sich nicht mehr so selbstverständlich mobilisieren wie früher. Gerade bei Themen wie Anlagenpflege oder Veranstaltungsorganisation ist die aktive Mitarbeit der Mitglieder entscheidend – und nicht immer leicht zu sichern.

Trotzdem blickt der Verein ambitioniert nach vorne. Ein erstes großes Ziel, das Erreichen von 100 Mitgliedern, wurde bereits realisiert. In den kommenden Jahren stehen sowohl infrastrukturelle als auch sportliche Entwicklungen im Fokus: Ein dritter Platz, die Sanierung bestehender Anlagen sowie der konsequente Ausbau der Nachwuchsarbeit. Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits gesetzt: Erstmals nimmt eine Jugendmannschaft an der Meisterschaft teil. Es sollen weitere Teams folgen, um den eigenen Nachwuchs langfristig im Verein zu halten und weiterzuentwickeln.

Damit steht der UTC Mank exemplarisch für eine Entwicklung, die in ganz Niederösterreich zu beobachten ist. Tennis ist längst mehr als ein klassischer Vereinssport – es ist Gesundheitsmotor, Gemeinschaftsplattform und Zukunftsinvestition zugleich. Oder, wie es Julian Baker zusammenfasst: „Tennis fordert dich körperlich und mental. Genau das macht den Reiz aus!“


Text: Werner Schrittwieser⎪Fotos: UTC_Mank

 

Hier NEWSLETTER bestellen

〰️

Hier NEWSLETTER bestellen 〰️

Weiter
Weiter

Sommer ohne Augenstress