Viren im Anmarsch
Im Winter haben Infektionserkrankungen Hochsaison. Wie schwer man erkrankt, hängt vor allem von der körpereigenen Abwehr ab.
Jedes Jahr im Winter ist es so weit: Viren haben Hochsaison und lösen unter anderem Infektionserkrankungen wie Covid-19 oder Influenza A aus. Während die meisten Menschen mit Fieber und Erkältungssymptomen reagieren und das Bett hüten, landen manche sogar stationär im Klinikum. Andere wiederum fühlen sich nur leicht erkältet. Woran liegt es, dass Menschen auf dasselbe Virus unterschiedlich reagieren, und wie kann man sich schützen?
Fieber als Reaktion
Der Grund, warum Menschen mit unterschiedlichen Symptomen reagieren, liegt vor allem am Immunsystem: „Ein gutes Immunsystem baut schneller Abwehrkräfte gegen Viren auf. Vor allem mit zunehmendem Alter leiden Menschen oft an einem geschwächten Immunsystem, das langsamer und schwächer reagiert als ein starkes Immunsystem, und dementsprechend länger braucht, um Viren abzuwehren“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Frank, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Universitätsklinikum Tulln-Klosterneuburg. Manche Menschen bekommen hohes Fieber, andere bleiben symptomärmer. Generell ist Fieber eine positive Reaktion des Körpers: „Fieber dient dazu, das Virus zu vernichten. Jedoch sagt es nichts über die Schwere der Infektion aus“, erklärt Frank. Warum manche Menschen mit hohem Fieber reagieren und andere nicht, liegt primär an der Immunantwort, aber auch an der Viruslast: „Die Antikörper im Immunsystem spielen eine ganz wichtige Rolle. Bei optimaler Immunantwort auf ein Virus kann der Körper oft direkt reagieren, ohne dass hohes Fieber nötig ist. Wenn hingegen eine hohe Viruslast vorhanden ist und der Körper keine unmittelbare Immun-antwort geben kann, steigt die Körpertemperatur. Hohes Fieber ist eine gezielte Reaktion des Körpers auf eine Viruslast“, sagt der Mediziner.
Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Frank, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Universitätsklinikum Tulln-Klosterneuburg
„Entweder man vermeidet Situationen, in denen man womöglich auf viele erkrankte Menschen trifft, oder man setzt in überfüllten Räumen eine Maske auf.“
Text: Daniela Rittmannsberger-Kampel⎪Fotos: iStock_peterschreiber.media, Barbara Nidetzky