Der innere Kompass
Dem Bauchgefühl zu vertrauen, ist nicht immer einfach. Warum es sich lohnt, der Intuition freien Lauf zu lassen.
Schon im vierten Jahrhundert vor Christus dachte der griechische Philosoph Platon darüber nach, wie echte Erkenntnis entsteht und kam zu einem überraschenden Schluss: Sie ist mehr als das Ergebnis nüchternen Denkens. Platon beschreibt sie als einen plötzlichen inneren Moment des Verstehens, der sich nach intensiver Auseinandersetzung mit einem Thema und langem Ringen nach Klarheit einstellt. Wie ein aufflammendes Licht in der Seele zeigt sich dabei ein Wissen, das wir heute Intuition nennen würden. Jahrtausende später fand dieser Gedanke in der modernen Wissenschaft eine neue Stimme. Der weltberühmte Physiker Albert Einstein betonte immer wieder, dass wissenschaftliche Einsicht nicht nur auf Logik und Berechnung beruht, sondern auch auf Vorstellungskraft und Intuition. Ein ihm häufig zugeschriebener Gedanke bringt dieses Verhältnis auf den Punkt: „Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein treuer Diener.“
Mag. Natalia Ölsböck, Psychologin, Autorin, Wirtschafts- und Kommunikationstrainerin in NÖ
„Intuition spart Zeit und mentale Energie.“
So stärken Sie Ihr Bauchgefühl
Selbstwahrnehmung schärfen
Nehmen Sie Ihre Gedanken, Gefühle und Körpersignale bewusst wahr – und ernst. Intuition äußert sich oft körperlich, etwa durch ein Kribbeln im Bauch, Herzklopfen, Muskelspannung oder Leichtigkeit. Bewerten Sie diese Signale nicht als gut oder schlecht, sondern neugierig: „Aha, so reagiert mein Körper auf diese Situation.“ Oder: „Ich spüre einen Knödel im Hals, und das ist in Ordnung.“ Führen Sie begleitend ein Tagebuch und notieren Sie drei Wochen lang Ihre Erfahrungen mit dem Bauchgefühl: Wann zeigt es sich – und wie?
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Text: Jacqueline Kacetl⎪Fotos: iStock_Liubov; Martin Toeltsch