In der Höhe liegt die Kraft
„Über allen Gipfeln ist Ruh“, wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Und so überrascht es nicht, dass sich das Gefühl innerer Ruhe und Leichtigkeit bereits bei der Ankunft auf der Sonnenterrasse im Hotel Goldener Berg breit macht.
Es ist der Moment, wenn man aus der Gondel steigt, tief durchatmet und merkt: Hier oben ticken die Uhren anders. 1.700 Meter über dem Alltag, auf einer sonnigen Anhöhe oberhalb von Lech, liegt das Hotel Goldener Berg. Ein Haus mit nur 37 Zimmern, überschaubar und familiär. Lange Zeit war der Goldene Berg genau das, was man am Arlberg erwartet: ein traditionsreiches Wintersporthotel, geprägt von Stammgästen, die seit Jahrzehnten gerne wiederkommen. Skifahren, köstliches Essen, vertraute Abläufe. Im Sommer hingegen: Wandern, Naturgenuss, aber kein klares Konzept. Heute ist das anders.
Die leise Suche nach dem „Mehr“
Die Geschichte des Goldenen Bergs reicht weit zurück. Das Hotel hat seine Wurzeln in den 1930er-Jahren, zuvor stand an diesem besonderen Ort bereits ein Gasthaus, das Reisende inmitten der Bergwelt willkommen hieß. „Der Winter hat schon immer hervorragend funktioniert“, erinnert sich Gastgeberin Daniela Pfefferkorn. „Aber irgendwann haben wir uns gefragt: Was ist unser Beitrag darüber hinaus? Warum sollen die Gäste gerade im Sommer zu uns kommen?“ Diese Frage markierte den Beginn eines Umdenkens, der nicht über Nacht entstand. Vielmehr war es Pfefferkorns persönliche Neugier für die Themen Ernährung, Bewegung und innere Balance, die im Zuge vieler Reisen um den Globus wuchs. „Ich habe viel gesehen und gemerkt: Es geht nicht nur darum, sich auszuruhen, sondern darum, sich selbst wieder besser zu spüren“, sagt sie. Gestartet wurde mit neuen Ernährungsansätzen rund um den glykämischen Index – ein Konzept, um den Blutzucker zu stabilisieren –, Kooperationen und Experimente. Der eigentliche Durchbruch kam dann in einem Workshop kurz vor der Pandemie. Das Team setzte sich zusammen und stellte sich eine zentrale Frage: Wie soll unser Hotel in 30 Jahren aussehen? Die Antworten führten weg vom klassischen Tourismusdenken. Hin zu einem Ort, der etwas bewegen und auslösen soll. „Damals ist zum ersten Mal der Begriff ‚Holistic Selfcare‘ gefallen“, sagt Pfefferkorn. „Also ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem es nicht nur um den Körper geht, sondern auch um Geist und Seele.“ Dann kam Corona. Ein Katalysator in einer Phase von Stillstand und Unsicherheit. „Wir hatten plötzlich Zeit. Darum haben wir beschlossen: Jetzt setzen wir es um.“
Daniela Pfefferkorn, Gastgeberin
„Wir holen Menschen dort ab, wo sie stehen. Und das macht den Unterschied.“
Alles kann, nichts muss
Heute zeigt sich diese Veränderung im ganzen Hotel: Im erst kürzlich revitalisierten Alpin-Spa stehen Rückzug, Regeneration und Entschleunigung im Mittelpunkt. In zwei Saunen, einem Dampfbad und dem längsten Infinity-Pool Lechs mit Blick über die Berglandschaft lassen sich die Gedanken ordnen. Auch das Aktivangebot wurde neu gedacht: Yoga steht nun zweimal täglich am Programm. Zusätzlich bietet die ausgebildete Energiemedizinerin Daniela Pfefferkorn unterstützende Behandlungen und individuelle Beratungen an, um Belastendes loszulassen und wieder in Fluss zu kommen. Dabei bleibt der Goldene Berg bewusst fern von Diagnosen oder Klinikcharakter. „Wir wollen kein Medical Spa sein“, sagt sie. „Gesundheit funktioniert nicht über Druck, man kann Menschen nichts aufzwingen, sondern ihnen nur Möglichkeiten zeigen.“ Deshalb gibt es kein starres Programm und keinen Drang zur Selbstoptimierung. Frei nach dem Motto „alles kann, nichts muss“ können sich Gäste einfach treiben lassen oder gezielt eintauchen. „Wir holen Menschen dort ab, wo sie stehen. Und das macht den Unterschied“, erklärt Pfefferkorn. Besonders spürbar ist dieses Umdenken in der Küche. Gleich vier Restaurants stehen zur Auswahl, eines davon wurde sogar mit drei Hauben prämiert. Im Mittelpunkt: pflanzenbasierte alpine Küche. Entwickelt und geprägt von Küchenchef Theo Alexis, der mediterrane Leichtigkeit mit regionalen Zutaten verbindet. „Früher war die klassische österreichische Küche sehr dominant. Heute ist sie leichter und bewusster, ohne ihre Wurzeln zu verlieren“, erklärt Pfefferkorn. Das Konzept ist flexibel: vegan, vegetarisch, basisch oder auch ketogen – je nachdem, was der Gast gerade braucht. Fleisch und Fisch gibt es bewusst reduziert, aber in hoher Qualität.
Der beste Freund des Menschen
Was den Goldenen Berg zusätzlich besonders macht: Hier ist nicht nur der Mensch willkommen. Auch Hunde werden nicht nur als Begleiter geduldet, sondern als echte Gäste empfangen. „Wir sind selbst Hundebesitzer und wissen, worauf es ankommt“, sagt das Team. Entsprechend durchdacht ist das Angebot: Vom Körbchen im Zimmer über Bio-Leckerlis bis hin zu eigenen Badestationen für Vierbeiner ist alles vorbereitet. Hunde dürfen sogar mit ins Restaurant – ein Detail, das viele Tierhalter besonders schätzen. Zusätzlich werden auch tierenergetische Therapien angeboten. Und wer einmal ohne seinen Begleiter auf Erkundungstour gehen oder sportlich aktiv sein möchte, kann auf einen Dogsitter zurückgreifen. Am Ende ist es genau diese Mischung aus Weitblick, Leichtigkeit und gelebter Achtsamkeit, die den Goldenen Berg zu einem Ort macht, der nicht nur während des Aufenthalts guttut, sondern noch lange nachwirkt.
HOTEL GOLDENER BERG
Oberlech 117, 6764 Lech am Arlberg
Tel.: 05583/22050
Text: Michaela Neubauer⎪Fotos: comma PR