Selbstbestimmt gesund leben
Ob zur aktiven Vorsorge oder nach belastenden Lebensphasen: Gesundheitsvorsorge Aktiv bringt neue Kraft. Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten.
In der lichtdurchfluteten Lobby des Kurhotels haben sich 16 Neuankömmlinge eingefunden. Sie alle haben unterschiedliche Beschwerden, vielfältige Erwartungen und ein gemeinsames Ziel: Gesundheitsvorsorge Aktiv in ihren Lebensplan zu integrieren. Da ist Andrea (43). Sie ist Altenpflegerin und in ihrem Beruf körperlich stark gefordert. „Manchmal habe ich nach einem langen Tag das Gefühl, dass körperlich nichts mehr geht, dass mir meine Kraft schleichend ausgeht. Dann kommen sie wieder, diese unvermeidlichen Rückenschmerzen, die meine Lebensfreude trüben.“ Ähnliches kennt Hermann (58), allerdings aus anderer langjähriger Perspektive: „Ich habe einen sitzenden Computerberuf, mein Kopf sagt ‚Pause‘, aber mein Arbeitspensum ist noch nicht abgearbeitet. Nachts kann ich nicht schlafen, denn mein Kreuzweh lässt mich nicht zur Ruhe kommen; die Beine kribbeln und im Kopf dreht sich ein Gedankenkarussell. Wie lange schaffe ich das noch?“
Ähnlich geht es Monika (38). Die engagierte Pädagogin erlebt schulischen Druck, zudem pflegt sie ihre kranken Eltern, ein klassisches Care-Schicksal. „Mitunter möchte ich alles hinwerfen, die Reset-Taste drücken und mich nur um mich kümmern. Das ist aber schwierig, mit Vollzeitjob und großer Familie“, sagt Monika. Max (50) nickt beipflichtend. Er hat mehrere Knieoperationen hinter sich, alte Verletzungen aus dem Sport, sagt er, hinzukam – arbeitsbedingt – eine Frozen Shoulder. Als selbstständiger Grafiker arbeitet er bei guter Auftragslage manchmal Nächte durch, egal was seine Schulter dazu sagt. „Irgendwann dachte ich mir: ‚Stopp, es muss auch anders gehen – und habe mich für einen Aufenthalt im Rahmen der Gesundheitsvorsorge Aktiv angemeldet. Nun bin ich hier und offen für alle Verbesserungen, die ich meinem Körper zugestehen kann und muss.“
Mag. Canan Aytekin
Generaldirektor-Stellvertreterin der Pensionsversicherung
„Mit Gesundheitsvorsorge Aktiv bietet die Pensionsversicherung maßgeschneiderte Programme, um die Eigenverantwortung für die Gesundheit zu stärken.“
Der erste Tag
Am ersten Tag geht es auch schon in medias res. Jede und jeder bekommt unterschiedliche Behandlungen, einen gesunden Mix an aktiven und passiven Verordnungen. Um 8 Uhr findet sich Andrea mit Gleichgesinnten im Gymnastiksaal ein. Zum Auftakt gibt es ein sanftes Entspannen, dann werden die oberen Extremitäten gedehnt, später wird die Balance trainiert. „Ich dachte anfangs, das schaffst du nie, doch gezielte Koordinationsübungen, wie auf einem Bein stehend Bälle zuwerfen, haben richtig Spaß gemacht.“ Nach einer genüsslichen Frühstückspause wird Andrea zur Nordic Walkerin. „Es war toll, wir haben erfahren, wie wichtig die richtige Ausführung ist und dass der Körper eigentlich mehr leisten kann, als wir vielleicht anfangs dachten.“ Auch Max ist in derselben Nordic-Walking-Gruppe: „Ich muss gestehen, es ist eine Premiere für mich, aber es hat wirklich gutgetan, den Tag mit Bewegung zu beginnen“, schwärmt er. In derselben Zeit taucht Monika in die Welt der mentalen Gesundheit ein. Eine Psychologin fragt behutsam die Ist-Situationen der Teilnehmenden ab, erklärt Zusammenhänge zwischen psychischer Belastung und körperlichen Beschwerden und rundet das Seminar mit individuellen Arbeitsaufgaben ab. „Mir ist klargeworden, dass meine körperlichen Beschwerden und mein seelisches Gleichgewicht in engem Zusammenhang stehen. Ich verstehe nun, warum es wichtig ist, mich selbst wahrzunehmen“, so Monika. Auf ihrem Stundenplan steht heute auch Wassergymnastik, eine Einheit, bei der das Zusammenspiel der Leichtigkeit des Körpers im Wasser und gezielten Übungen in Einklang gebracht wird. Am Nachmittag entspannt sie sich bei einer wohltuenden Massage. „Schon am ersten Tag habe ich gespürt: Das ist es, so wirst du ein neuer Mensch.“
In die Hand nehmen
„Mit Gesundheitsvorsorge Aktiv, kurz GVA, bietet die Pensionsversicherung maßgeschneiderte Programme, um die Eigenverantwortung für die Gesundheit zu stärken, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten und die Lebensqualität und Selbständigkeit der Menschen zu fördern“, erklärt Mag. Canan Aytekin, Generaldirektor-Stellvertreterin der Pensionsversicherung. Die GVA ist speziell für Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates gedacht. Sie unterscheidet sich von der Kur durch ein höheres Leistungsangebot, mit dem gezielt auf individuelle Problemstellungen eingegangen wird.
Im Vergleich zu einem klassischen Kuraufenthalt bietet die GVA mehr und intensivere Leistungen. Dadurch kann man genauer auf die individuellen Beschwerden der einzelnen Person eingehen. Das übergeordnete Ziel: die eigene Gesundheit stärker in die Hand nehmen, arbeitsfähig bleiben und langfristig Lebensqualität und Selbstständigkeit erhalten. Im Mittelpunkt stehen Bewegung und aktive Therapien. Dazu gehören unter anderem Heilgymnastik, Training von Kraft, Ausdauer und Koordination (Sensomotorik) sowie Sporteinheiten wie Nordic Walking. Begleitet wird das Ganze von Sportwissenschafterinnen und -wissenschaftern sowie Physiotherapeutinnen und -therapeuten.
Bewegung tut gut, stärkt den Körper und verlangsamt den altersbedingten Muskelabbau.
Bewegung? Ja, bitte!
Max hat viel Erfahrung, war nach Operationen und Behandlungen auch auf Kur. „Jahre später war ich daher sehr skeptisch, was mich nun erwarten würde. Ich war der Meinung, ich fahre doch auf Kur, um konzentriert behandelt zu werden, was im Berufsalltag kaum möglich ist. Walken, Schwimmen, Gymnastikübungen, das alles kann ich zu Hause ja auch. Das Problem ist nur, ich tat es nicht.“ Seine Erkenntnis ist wertvoll und zukunftsweisend: „Physikalische Therapie hilft natürlich im Akutfall, aber sie behandelt die Symptome, die Ursache ist fast immer Bewegungsmangel. Man muss eben selbst aktiv werden und bleiben. Diese Selbstverantwortung wird einem mit Gesundheitsvorsorge Aktiv wieder bewusst“, weiß er heute. Auch Andrea ist nach drei Wochen Aufenthalt froh, gute Möglichkeiten gefunden zu haben, um ihre Muskeln zu stärken und Schmerzen entgegenzuwirken. „Ich möchte weiterhin dreimal pro Woche trainieren, das tut gut, wie ich im Zuge dieses Aufenthalts gesehen habe.“ Monika hat einen Weg gefunden, um den Belastungen des Alltags besser standhalten zu können: „Ich werde gezieltes Entspannungstraining in meinen Tag einbauen; regelmäßiger Ausdauersport steht ab jetzt fix auf meinem Freizeitprogramm.“ Ähnliches plant Hermann: „Drei Wochen, in denen man sich täglich bewegen durfte, das war für mich eine sehr gute Erfahrung. Hier habe ich gelernt, dass man sich nicht kasteien muss, sondern regelmäßige Bewegung ausreicht, um schmerzfrei zu leben und gut zu schlafen.“
Max ist zufrieden, sein Aufenthalt im Rahmen der Gesundheitsvorsorge Aktiv habe ihn wieder richtig „auf Schiene gebracht“, ergänzt er. „Vor allem das Training zum Muskelaufbau habe ich sehr ernst genommen, aber auch Koordinationstraining, was im fortgeschrittenen Alter wichtig ist. Und ich habe gemerkt, wie innerhalb von drei Wochen mit Bewegung auch wieder das Bedürfnis wächst, aktiv zu sein. Der innere Widerstand wird leiser.“ Besonders positiv sieht Max die Möglichkeit, dass die PVA ein Anschlussprogramm nach der GVA unterstützt, also in seinem Fall medizinisch kontrolliertes Krafttraining über mehrere Monate. „Ich habe mich noch während des GVA-Aufenthalts dafür angemeldet, es kurz darauf genehmigt bekommen und absolviert. Ich war erstaunt, wie rasch ich Fortschritte erziele und habe mich danach in einem Fitnessstudio angemeldet. Seither bin ich, von einzelnen Tagen abgesehen, schmerzfrei. Mir wurde klar: Wenn der Bewegungsapparat nicht mehr so kann, dann hilft es am besten, den Stützapparat zu stärken. Kostet etwas Überwindung, aber es bringt enorme Fortschritte.“
Die Schwerpunkte der Gesundheitsvorsorge Aktiv bilden Bewegung und Aktivtherapie.
Gesundheitsvorsorge Aktiv
Die Gesundheitsvorsorge Aktiv ist speziell für Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates.
Bei diesem Konzept geht es nicht nur um kurzfristiges Trainieren, sondern darum, Freude an Bewegung zu entwickeln und passende Übungen dauerhaft in den Alltag einzubauen. Ergänzt wird dies durch Ernährungskonzepte und Workshops für einen gesünderen, selbstbestimmten Lebensstil. Je nach Ausgangslage gibt es unterschiedliche Schwerpunkte:
BEWEGUNGSOPTIMIERUNG: für Menschen, die sich bereits regelmäßig bewegen. Hier wird überprüft, ob Übungen korrekt ausgeführt werden, um spätere Schäden zu vermeiden.
BEWEGUNGSMOTIVATION: für Betroffene, die sich bisher eher ungern bewegen. Sie werden Schritt für Schritt an Bewegung herangeführt, mit dem Ziel, Lust darauf zu bekommen.
MENTALE GESUNDHEIT: für all jene, die sich bereits psychisch belastet fühlen oder unter beruflichem und privatem Druck stehen. Im Fokus stehen Stressvorbeugung, Entspannungs- und Abgrenzungstechniken sowie das Stärken der persönlichen Schutzmechanismen.
Text: Doris Simhofer⎪Fotos: iStock_zuperia, FatCamera, Vladimir Vladimirov,_skynesher; M.Jager/www.martinjager.com, iStock_zuperia, _ Moyo Studio