Social Media als Gefahr

Jugendliche verbringen täglich Stunden am Smartphone. Zuviel Social Media kann Stress, Schlafprobleme und Angst verursachen. Experten erklären, worauf Eltern achten sollten.

Jugendliche verbringen täglich mehrere Stunden vor dem Bildschirm. 

Jugendliche nutzen Smartphones oft mehr als vier Stunden täglich. Laut der Jugend-Value-Studie 2023 des Instituts für Jugendkulturforschung sagen rund 90 Prozent der Jugendlichen, dass das Smartphone ihr wichtigstes Freizeitmedium für soziale Kontakte und Medienkonsum ist. „Problematisch wird es, wenn Hobbys, reale Freunde oder Verpflichtungen in den Hintergrund rücken und Social Media zum Mittelpunkt des Alltags wird“, erklärt der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Christoph Minar.

 

Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Christoph Minar warnt vor den Gefahren des übermäßigen Social Media-Konsums. 

 

 

Zwischen Alltag und Abhängigkeit

Social Media dient für Jugendlichen vor allem zum Austausch und zur Information. Fachleute warnen jedoch vor riskanten Nutzungsmustern. Auffällig sei es dann, wenn verkürzte Nutzungszeiten zu Gereiztheit oder Angst führen. Wie viel Zeit am Smartphone sinnvoll ist, hängt vom Alter und den Inhalten ab. Zehnjährige sollten maximal eine Stunde täglich verbringen, 14-Jährige nicht länger als zwei Stunden schnell wechselnder Inhalte. Viele Jugendliche nutzen das Handy auch zur Emotionsregulation. Wird es plötzlich weggenommen, kann das Unruhe oder Angst auslösen. Technische Einstellungen oder Apps können helfen, Nutzungszeiten zu begrenzen oder einzelne Anwendungen zeitweise zu sperren.

 

Likes, Vergleich und Selbstwert

Übermäßiger Konsum kann Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, geringere Stresstoleranz und ein negatives Selbstwertgefühl auslösen. Der ständige Vergleich mit anderen – gemessen an Likes und Followern – und die Angst, etwas zu verpassen, können depressive Symptome und Ängste verstärken. Auch soziale Kontakte leiden, wenn Jugendliche sich zurückziehen. Dr. Minar rät: „Verbote allein bringen nichts. Wichtiger sind klare Regeln, Gespräche über Inhalte und attraktive Offline-Aktivitäten als Ausgleich.“

 

Gespräch statt Verbot

Social Media kann auch positiv sein – zum Austausch, zum Finden Gleichgesinnter oder zur kurzfristigen Entspannung. Trotzdem sind reale Hobbys und persönliche Kontakte wichtiger. Empfehlenswert sind klare Regeln: Kein Smartphone in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen und keine Nutzung vor unerfüllten täglichen Pflichten. Abrupter Entzug kann starke Unruhe oder Angst verursachen; besser ist eine schrittweise Reduktion. Schutzfaktoren sind soziale Kontakte, strukturierte Tagesabläufe und regelmäßige Freizeitaktivitäten. Gerald Timmel, Geschäftsführer der Gesundheitsplattform DocFinder, betont: „Digitale Medien sind aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Eltern sollten gut informiert sein, um problematische Entwicklungen früh zu erkennen.“ Bei Unsicherheit kann die fachliche Einschätzung eines Kinder- und Jugendpsychiaters sinnvoll sein. Fachleute aus ganz Österreich sind auf dem unabhängigen Ärztesuch- und Gesundheitsportal DocFinder gelistet.


Fotos: shutterstock_2696741805, Marie Menz

 

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